
Breadcrumbs, wörtlich übersetzt „Brotkrümel“, sind ein sekundäres Navigationselement auf einer Website. Der Begriff ist eine Anlehnung an das Märchen „Hänsel und Gretel“, in dem die Protagonisten Brotkrümel ausstreuen, um ihren Weg aus dem Wald zurückzufinden. In der digitalen Welt erfüllen Breadcrumbs eine analoge Funktion: Sie zeigen dem Nutzer seinen exakten Standort innerhalb der Seitenhierarchie an und ermöglichen ihm, mit nur einem Klick zu übergeordneten Ebenen zurückzukehren.
Gerade bei komplexen Websites mit vielen Unterseiten sind Breadcrumbs essenziell, um die Orientierung zu gewährleisten. Sie visualisieren den Pfad, den der Nutzer genommen hat oder der logisch zur aktuellen Seite führt, und schaffen so eine transparente Struktur. Für Suchmaschinen wie Google sind sie ein wichtiges Signal, um die Architektur einer Website zu verstehen und die Relevanz einzelner Seiten korrekt einzuordnen.
Welche Arten von Breadcrumb-Navigationen gibt es?
Die Implementierung von Breadcrumbs ist kein standardisierter Prozess; sie muss an die spezifische Struktur und Zielsetzung einer Website angepasst werden. Man unterscheidet primär zwischen drei etablierten Arten:
1. Attributbasierte Breadcrumbs
Diese Art der Navigation findet sich vor allem in Online-Shops und auf Plattformen mit komplexen Filtersystemen. Die Breadcrumbs spiegeln nicht den Klickpfad des Nutzers wider, sondern die Attribute oder Kategorien, die einem Produkt oder Inhalt zugeordnet sind. Dies erleichtert das Entdecken verwandter Produkte, da der Nutzer gezielt zu einer übergeordneten Kategorie springen kann, um Alternativen zu finden.
- Praxisbeispiel (fiktiv): Ein Nutzer sucht in einem Online-Shop für Büromöbel nach einem ergonomischen Stuhl. Der Pfad könnte wie folgt aussehen:
Startseite > Bürostühle > Ergonomische Stühle > Modell „ErgoFlex Pro“
Klickt der Nutzer nun auf „Ergonomische Stühle“, gelangt er zu einer Übersichtsseite aller Stühle mit diesem Attribut, unabhängig davon, wie er ursprünglich auf die Produktseite gelangt ist.
2. Hierarchiebasierte Breadcrumbs
Dies ist die am weitesten verbreitete und für die meisten Unternehmenswebsites empfohlene Methode. Die Breadcrumbs bilden die feste Hierarchie der Website-Architektur ab. Unabhängig davon, auf welchem Weg ein Nutzer eine Unterseite erreicht – sei es über die Startseite, eine interne Verlinkung oder eine externe Suchanfrage –, zeigt der Pfad immer die logische Struktur an.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Konsistenz und Vorhersehbarkeit. Diese Art der Navigation stärkt das Verständnis des Nutzers für den Aufbau der Website und wird von Suchmaschinen als klares Struktursignal bewertet.
- Praxisbeispiel: Ein Besucher landet über eine Google-Suche direkt auf einer Leistungsseite eines IT-Dienstleisters. Der Pfad wäre dennoch vollständig und logisch: Startseite > Leistungen > IT-Security > Penetrationstests
3. Pfadbasierte (dynamische) Breadcrumbs
Diese Variante generiert den Navigationspfad dynamisch auf Basis der zuvor besuchten Seiten – ähnlich der „Zurück“-Funktion eines Browsers. Für komplexe B2B-Websites ist dieser Ansatz jedoch nicht ratsam. Der Pfad wird schnell unübersichtlich und verliert seinen strukturellen Nutzen, da er für jeden Nutzer individuell und oft nicht linear verläuft. Ein Nutzer, der zwischen verschiedenen Kategorien hin- und herspringt, würde eine lange und unlogische Navigationsleiste erzeugen, die mehr verwirrt als hilft.

