Content Creation

André Puschinsky29.09.2025

Für Marketing-Entscheider ist hochwertiger Content der Motor für digitale Sichtbarkeit. Doch was genau bedeutet „hochwertig“ in den Augen von Google? Die Antwort darauf ist kein geheimer Algorithmus, sondern ein transparentes Prinzip: E-E-A-T. Dieses Akronym steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness und bildet das Fundament, auf dem Google die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Inhalten bewertet. Das Verständnis und die konsequente Anwendung dieses Konzepts sind kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender strategischer Hebel, um in den Suchergebnissen nicht nur zu ranken, sondern auch das Vertrauen der Zielgruppe nachhaltig zu gewinnen und die eigene Marke als führende Autorität zu etablieren.

1. Was ist E-E-A-T?

E-E-A-T ist ein Prinzip aus den Google Search Quality Rater Guidelines, einem Handbuch für menschliche Test-Nutzer, die die Qualität von Suchergebnissen bewerten. Diese Bewertungen fließen zwar nicht direkt in die Rankings ein, helfen Google aber, die eigenen Algorithmen zu trainieren und zu verbessern. E-E-A-T ist also Googles interner Maßstab für herausragenden Content.

Das Akronym setzt sich aus vier Dimensionen zusammen:

  • Experience (Erfahrung): Die neueste Ergänzung des Konzepts. Sie fragt: Hat der Autor praktische, gelebte Erfahrung mit dem Thema? Ein Testbericht für ein Produkt ist wertvoller, wenn der Autor das Produkt tatsächlich verwendet hat. Ein Reisebericht ist glaubwürdiger, wenn der Autor den Ort wirklich besucht hat.
  • Expertise (Fachwissen): Besitzt der Autor das notwendige Fachwissen und die Kompetenz, um über das Thema zu schreiben? Bei komplexen Themen wie Finanzen, Recht oder Gesundheit wird dies besonders streng bewertet.
  • Authoritativeness (Autorität): Gilt der Autor oder die Website als eine führende, anerkannte Quelle für das betreffende Thema? Autorität wird oft durch Erwähnungen, Zitate und Backlinks von anderen respektierten Quellen in der gleichen Branche aufgebaut.
  • Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Kann der Nutzer dem Autor, dem Inhalt und der Website vertrauen? Dies umfasst Aspekte wie die Transparenz über den Autor, die Sicherheit der Website (HTTPS), klare Kontaktinformationen und die Genauigkeit der Inhalte.

Der strategische Zweck von E-E-A-T ist es, Nutzern die bestmöglichen, hilfreichsten und vertrauenswürdigsten Suchergebnisse zu liefern. Für Unternehmen bedeutet dies, dass SEO weit über technische Optimierung und Keyword-Dichte hinausgeht. Es geht darum, echte, glaubwürdige Expertise zu demonstrieren.

2. Wie E-E-A-T Ihre SEO- und Content-Strategie beeinflusst

E-E-A-T ist kein direkter Rankingfaktor, den man technisch „einschalten“ kann. Es ist ein übergeordnetes Konzept, das durch eine Vielzahl von Algorithmus-Signalen erfasst wird. Die Ausrichtung der eigenen Strategie auf E-E-A-T hat tiefgreifende Auswirkungen.

  • Verschiebung von generischem zu authentischem Content: Statt oberflächlicher, zusammengefasster Artikel belohnt Google Inhalte, die auf echten Erfahrungen und tiefem Fachwissen basieren. Dies erfordert einen fundamentalen Wandel in der Content-Erstellung – weg von reinen Textern, hin zu echten Fachexperten.
  • Fokus auf den Autor: Die Identität und Reputation des Autors werden immer wichtiger. Anonyme Blogartikel verlieren an Wert. Eine klare Autorenbiografie mit Referenzen und Verlinkungen zu professionellen Profilen (z. B. LinkedIn) wird zum Standard.
  • Bedeutung von Off-Page-Signalen steigt: Der Aufbau von Autorität findet nicht nur auf der eigenen Website statt. Erwähnungen in der Fachpresse, Gastbeiträge auf Branchenportalen und qualitativ hochwertige Backlinks sind Signale, die die Autorität einer Website untermauern.
  • Anspruch an YMYL-Themen wächst: Für Themenbereiche, die das Glück, die Gesundheit, die Finanzen oder die Sicherheit von Menschen betreffen können (Your Money or Your Life – YMYL), legt Google die E-E-A-T-Messlatte extrem hoch. Wer hier nicht über nachweisbare Expertise und Vertrauenswürdigkeit verfügt, hat kaum eine Chance auf gute Rankings.

3. Warum E-E-A-T für den Aufbau von Vertrauen entscheidend ist

Die Prinzipien von E-E-A-T sind nicht nur für Google relevant, sondern spiegeln die grundlegenden Erwartungen von Nutzern wider.

  • Vertrauen ist die Währung des Internets: Nutzer wollen Informationen von Quellen, denen sie vertrauen können. Ein Inhalt, der E-E-A-T-Kriterien erfüllt, signalisiert dem Leser, dass die Information verlässlich, fundiert und von einem kompetenten Absender stammt. Dieses Vertrauen ist die Basis für jede Kundenbeziehung.
  • Autorität führt zu Markenstärke: Unternehmen, die es schaffen, sich als die maßgebliche Quelle für ein Thema zu etablieren, werden zur ersten Anlaufstelle für ihre Zielgruppe. Diese Autoritätsposition führt zu höherer Markenbekanntheit, direkten Website-Besuchen und einer stärkeren Kundenbindung.
  • Differenzierung im Content-Meer: In einer Welt, in der jeder Inhalte erstellen kann, hilft E-E-A-T dabei, sich vom Rauschen der Masse abzuheben. Authentische Erfahrungen und echtes Fachwissen sind schwer zu kopieren und werden zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
  • Risikominimierung: Insbesondere in YMYL-Bereichen schützt die Einhaltung von E-E-A-T vor der Verbreitung von Falschinformationen, die nicht nur dem Ranking, sondern auch dem Ruf des Unternehmens und im schlimmsten Fall sogar den Nutzern schaden können.

4. Best Practices: So optimieren Sie Ihre Inhalte für E-E-A-T

Die Optimierung für E-E-A-T ist ein ganzheitlicher Prozess, der Technik, Inhalt und Markenführung umfasst.

1. Zeigen Sie, wer Sie sind (Trustworthiness & Expertise)

  • Klare Autorenprofile: Erstellen Sie detaillierte Autorenboxen für Ihre Blogartikel. Nennen Sie den Namen, die Position und die Qualifikationen des Autors. Verlinken Sie auf dessen LinkedIn- oder andere relevante Fachprofile.
  • Umfassende „Über uns“-Seite: Präsentieren Sie Ihr Unternehmen, Ihr Team und Ihre Mission transparent. Zeigen Sie die Gesichter und die Expertise hinter der Marke.
  • Einfache Kontaktmöglichkeiten: Machen Sie es Nutzern leicht, Sie zu kontaktieren. Eine klare Adresse, Telefonnummer und ein Kontaktformular signalisieren Seriosität.

2. Demonstrieren Sie gelebte Erfahrung (Experience)

  • Nutzen Sie authentisches Bild- und Videomaterial: Zeigen Sie Ihre Produkte in Aktion, anstatt nur auf Stockfotos zurückzugreifen. Erstellen Sie Videos, in denen Sie Prozesse erklären oder Einblicke hinter die Kulissen geben.
  • Schreiben Sie aus der Ich-Perspektive: Teilen Sie persönliche Erfahrungen, Fallstudien und Learnings. Formulierungen wie „In unserem Projekt haben wir festgestellt…“ oder „Ich empfehle aus meiner Erfahrung…“ sind deutlich glaubwürdiger als unpersönliche Behauptungen.

3. Bauen Sie Ihre Autorität auf (Authoritativeness)

  • Sammeln Sie externe Signale: Bitten Sie zufriedene Kunden um Bewertungen auf Google und anderen relevanten Plattformen. Platzieren Sie Gastartikel auf angesehenen Branchen-Websites. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen in der Fachpresse erwähnt wird.
  • Präsentieren Sie Ihre Referenzen: Zeigen Sie Auszeichnungen, Zertifikate, Kundenlogos oder Testimonials prominent auf Ihrer Website.
  • Verlinken Sie auf andere Autoritäten: Untermauern Sie Ihre Aussagen durch Zitate und Links zu wissenschaftlichen Studien, offiziellen Berichten oder anderen anerkannten Experten.

4. Sorgen Sie für inhaltliche Exzellenz (Expertise & Trustworthiness)

  • Faktische Korrektheit: Stellen Sie sicher, dass alle Informationen in Ihren Inhalten korrekt und auf dem neuesten Stand sind. Geben Sie Ihre Quellen an.
  • Regelmäßige Aktualisierung: Überprüfen und aktualisieren Sie Ihre wichtigsten Inhalte regelmäßig, um deren Relevanz und Richtigkeit zu gewährleisten. Ein „Zuletzt aktualisiert am…“-Datum ist ein starkes Vertrauenssignal.

5. Häufige Herausforderungen und strategische Lösungen

Die Umsetzung von E-E-A-T stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen.

„Unsere Experten haben keine Zeit, um Content zu schreiben“

Problem: Die Fachexperten im Unternehmen sind im Tagesgeschäft gebunden und können keine Blogartikel verfassen.

Lösung: Implementieren Sie einen geführten Content-Prozess.

  1. Führen Sie Interviews: Ein Marketing-Mitarbeiter oder ein externer Texter interviewt den Experten für 30 Minuten zu einem Thema.
  2. Erstellen Sie einen Entwurf: Basierend auf dem Interview wird ein Artikelentwurf erstellt.
  3. Experten-Review: Der Experte muss den Entwurf nur noch prüfen, korrigieren und freigeben. Der Zeitaufwand für den Experten wird so minimiert, während sein Name und seine Expertise als Absender fungieren.

„Wir sind ein kleines Unternehmen und keine bekannte Autorität“

Problem: Ein Start-up oder ein Nischenanbieter hat noch keine etablierte Marke und kaum externe Erwähnungen.

Lösung: Autorität muss man sich schrittweise aufbauen.

  1. Fokus auf die Nische: Werden Sie zur größten Autorität in einer sehr kleinen, spezifischen Nische. Es ist einfacher, der führende Experte für „vegane Hundeknochen aus Süßkartoffeln“ zu werden als für „Hundefutter“.
  2. Beginnen Sie mit lokaler Autorität: Engagieren Sie sich in lokalen Netzwerken, lassen Sie sich in der lokalen Presse erwähnen oder sprechen Sie auf regionalen Veranstaltungen. Lokale Autorität ist oft der erste Schritt zu überregionaler Bekanntheit.
  3. Content als Baustein: Produzieren Sie herausragenden Content, der so gut ist, dass andere freiwillig darauf verlinken. Ein umfassender Leitfaden oder eine einzigartige Studie kann mehr Autorität aufbauen als Dutzende oberflächliche Artikel.

„Wie kann man ‚Experience‘ nachweisen?“

Problem: Es ist unklar, wie man gelebte Erfahrung jenseits von reinen Behauptungen belegen kann.

Lösung: Zeigen statt nur erzählen („Show, don't tell“).

  1. Visuelle Beweise: Nutzen Sie selbst erstellte Fotos und Videos, die den Autor bei der Nutzung eines Produkts, am beschriebenen Ort oder im Gespräch mit Kunden zeigen.
  2. Detaillierte Fallstudien: Beschreiben Sie ein Projekt oder eine Erfahrung so detailliert und mit so spezifischen Learnings, dass klar wird, dass nur jemand mit echter Erfahrung darüber berichten kann.
  3. Authentische Sprache: Vermeiden Sie Marketing-Floskeln und schreiben Sie in einer natürlichen, persönlichen Sprache. Authentizität ist ein starker Indikator für echte Erfahrung.

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