Growth Marketing

André Puschinsky01.10.2025

Als wachstumsorientierter Entscheider investieren Sie gezielt in Google Ads, um neue Kunden zu gewinnen. Doch wie präzise können Sie den Erfolg Ihrer Kampagnen wirklich messen, wenn Nutzer zwischen verschiedenen Geräten wechseln und Datenschutz-Einschränkungen das Tracking erschweren? Eine Conversion, die auf dem Smartphone beginnt und auf dem Laptop endet, geht in traditionellen Analysen oft verloren. Um diese Lücke zu schließen und Ihnen ein vollständiges Bild des Return on Investment (ROI) zu geben, hat Google Enhanced Conversions entwickelt. Diese innovative Funktion ermöglicht es Ihnen, den Kampagnenerfolg auch in einer Welt ohne Cookies präzise zu messen und so Ihr Marketing-Budget optimal einzusetzen.

1. Was sind Enhanced Conversions?

Enhanced Conversions (EC) ist eine Funktion von Google Ads, die die Genauigkeit Ihrer Conversion-Messung verbessert. Sie ergänzt Ihre bestehenden Conversion-Tags, indem sie von Nutzern bereitgestellte First-Party-Daten (wie E-Mail-Adresse, Name oder Telefonnummer) auf eine sichere und datenschutzkonforme Weise an Google übermittelt. Diese Daten werden vor der Übertragung durch einen Einweg-Hashing-Algorithmus (SHA256) verschlüsselt, sodass sie für Google unlesbar sind und nur noch zum Abgleich genutzt werden können.

Stellen Sie sich den herkömmlichen Tracking-Prozess wie das Notieren von Autokennzeichen auf einem Parkplatz vor. Wenn ein Auto den Parkplatz verlässt und später mit einem anderen Kennzeichen wiederkommt, wissen Sie nicht, dass es dasselbe Fahrzeug ist. Enhanced Conversions ist wie ein unsichtbarer, permanenter Strichcode am Fahrzeug: Ein Nutzer klickt auf Ihre Anzeige, während er in seinem Google-Konto auf dem Smartphone angemeldet ist. Später kauft er Ihr Produkt auf seinem Laptop, ohne erneut auf eine Anzeige zu klicken. Bei der Conversion gibt er seine E-Mail-Adresse an. Enhanced Conversions hascht diese E-Mail-Adresse und gleicht den Hash mit dem des angemeldeten Google-Nutzers ab. So kann die Conversion der ursprünglichen Anzeigen-Interaktion korrekt zugeordnet werden, obwohl kein Cookie zum Einsatz kam.

Der strategische Zweck von Enhanced Conversions ist es, verlorene Conversions wieder sichtbar zu machen und eine robustere, zukunftssichere Datengrundlage für die Attribution und Kampagnenoptimierung zu schaffen. Es hilft Ihnen, den wahren Wert Ihrer Werbeausgaben zu verstehen und Smart-Bidding-Strategien mit präziseren Daten zu füttern.

2. Wie funktioniert Enhanced Conversions? (Beispiele)

Enhanced Conversions lässt sich auf zwei Arten implementieren: für Web und für Leads.

1. Enhanced Conversions for Web

Dies ist die häufigste Anwendung und zielt auf Conversions ab, die direkt auf Ihrer Website stattfinden (z. B. Käufe, Anmeldungen).

Ablauf:

  • Ein Nutzer ist in seinem Google-Konto eingeloggt und klickt auf Ihre Google-Anzeige.
  • Er gelangt auf Ihre Website und löst eine Conversion aus, zum Beispiel durch einen Kauf im Online-Shop.
  • Auf der Bestätigungsseite gibt er seine First-Party-Daten ein (z. B. E-Mail-Adresse, Name, Adresse).
  • Ihr Google-Tag erfasst diese Daten, hasht sie direkt im Browser des Nutzers und sendet den verschlüsselten Hash an Google.
  • Google gleicht diesen Hash mit den gehashten Daten seiner angemeldeten Nutzer ab. Bei einer Übereinstimmung wird die Conversion dem ursprünglichen Anzeigenklick zugeordnet.

Anwendung: Ein Nutzer sieht Ihre Shopping-Anzeige für einen neuen Laufschuh auf seinem Smartphone in der Mittagspause. Am Abend kauft er denselben Schuh über seinen Desktop-PC, indem er Ihre Website direkt aufruft. Ohne EC würde diese Conversion als „Direktzugriff“ gewertet. Mit EC wird der Kauf korrekt der Shopping-Anzeige zugeordnet, was Ihnen zeigt, dass die Anzeige effektiv war.

2. Enhanced Conversions for Leads

Diese Methode ist für Unternehmen konzipiert, die Leads online generieren und die eigentliche Conversion offline stattfindet (z. B. am Telefon oder bei einem persönlichen Termin).

Ablauf:

  • Ein Nutzer füllt ein Lead-Formular auf Ihrer Website aus und gibt dabei seine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer an.
  • Diese Information wird zusammen mit der Google Click ID (GCLID) in Ihrem CRM-System (z. B. Salesforce, HubSpot) gespeichert.
  • Wenn dieser Lead später offline konvertiert (z. B. einen Vertrag unterschreibt), laden Sie eine Liste der gehashten First-Party-Daten zusammen mit den Conversion-Details (z. B. Wert und Zeitpunkt) in Ihr Google-Ads-Konto hoch.
  • Google gleicht die gehashten Daten ab und ordnet die Offline-Conversion der ursprünglichen Online-Kampagne zu.

Anwendung: Ein Immobilienmakler generiert über eine Suchkampagne einen Lead für eine Hausbesichtigung. Der Lead wird im CRM erfasst. Zwei Wochen später kauft der Kunde das Haus. Der Makler lädt die gehashten Daten des Kunden hoch, und der Verkauf im Wert von 500.000 € wird der ursprünglichen Google-Ads-Kampagne zugeschrieben. Dies ermöglicht eine präzise ROI-Berechnung für High-Value-Conversions.

3. Warum sind Enhanced Conversions für Ihr Marketing entscheidend?

In einer Zeit zunehmender Datenschutzbestimmungen und technischer Einschränkungen ist eine robuste Conversion-Messung der Schlüssel zum Marketing-Erfolg.

  • Zukunftssicherheit in einer Welt ohne Third-Party-Cookies: Da Enhanced Conversions auf First-Party-Daten basiert, sind Sie unabhängiger von der Entwicklung bei Drittanbieter-Cookies. Sie bauen eine nachhaltige und datenschutzkonforme Messstrategie für die Zukunft auf.
  • Präzisere Kampagnenoptimierung: Smart-Bidding-Algorithmen von Google (z. B. „Ziel-CPA“ oder „Conversion-Wert maximieren“) sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Durch die Erfassung von mehr Conversions erhalten diese Algorithmen ein vollständigeres Bild und können Ihre Gebote wesentlich effektiver und effizienter steuern.
  • Vollständiges Bild der Customer Journey: Sie schließen die Lücke bei Cross-Device-Conversions und erhalten ein realistischeres Verständnis dafür, wie Ihre Kampagnen tatsächlich zum Geschäftserfolg beitragen. Dies ist entscheidend, um den Wert von Top-of-Funnel-Aktivitäten korrekt zu bewerten.
  • Datenschutz steht im Mittelpunkt: Durch das Hashing direkt auf dem Gerät des Nutzers und die Einweg-Verschlüsselung werden keine lesbaren, personenbezogenen Daten an Google gesendet. Dies stellt sicher, dass Sie die Privatsphäre Ihrer Kunden respektieren und die DSGVO-Richtlinien einhalten, vorausgesetzt, Sie haben die entsprechende Einwilligung des Nutzers eingeholt.

4. Best Practices für eine effektive Implementierung

Um das volle Potenzial von Enhanced Conversions auszuschöpfen, ist eine sorgfältige Vorgehensweise erforderlich.

1. Sorgen Sie für eine saubere Datenerfassung

Die Qualität der Funktion steht und fällt mit der Verfügbarkeit von First-Party-Daten auf Ihrer Conversion-Seite. Stellen Sie sicher, dass Felder wie die E-Mail-Adresse standardmäßig Teil Ihres Checkout- oder Formularprozesses sind und die Daten korrekt erfasst werden.

2. Wählen Sie die richtige Implementierungsmethode

Google bietet verschiedene Wege für die technische Einrichtung:

  • Google Tag Manager (GTM): Dies ist die flexibelste und empfohlene Methode. Sie können die Nutzerdaten über CSS-Selektoren oder Ihre Datenschicht (Data Layer) erfassen und konfigurieren.
  • Global Site Tag (gtag.js): Hierfür ist eine Anpassung des Codes auf Ihrer Website erforderlich, was mehr Entwickler-Know-how verlangt.
  • API: Für maximale Kontrolle, insbesondere bei komplexen Systemen, können die Daten auch über eine API gesendet werden.

3. Holen Sie die Einwilligung des Nutzers ein

Die Erfassung und Verwendung von First-Party-Daten, auch in gehashter Form, erfordert die ausdrückliche Einwilligung des Nutzers über Ihren Consent Manager (Cookie-Banner). Stellen Sie sicher, dass Ihre Datenschutzerklärung die Nutzung von Enhanced Conversions transparent beschreibt.

4. Überprüfen Sie die Implementierung sorgfältig

Nach der Einrichtung stellt Google in Ihrem Ads-Konto Diagnosetools zur Verfügung. Überprüfen Sie hier regelmäßig, ob die Daten korrekt empfangen und zugeordnet werden. Achten Sie auf den Status „Aufzeichnung von Conversions“ und eine hohe Abgleichrate.

5. Häufige Herausforderungen und strategische Lösungen

Die Einführung einer neuen Tracking-Technologie kann Fragen aufwerfen.

„Ist das nicht ein massives Datenschutzproblem?“

Problem: Es besteht die Sorge, sensible Kundendaten an Google zu übermitteln.

Lösung: Dies ist die wichtigste Überlegung, die Google durch das Design von EC adressiert. Die Daten werden durch den SHA256-Algorithmus unumkehrbar verschlüsselt, bevor sie Ihr System verlassen. Google erhält niemals die lesbare E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Die Methode ist darauf ausgelegt, datenschutzkonform zu sein, solange Sie die Nutzer-Einwilligung korrekt einholen und die Nutzung transparent machen.

„Die technische Einrichtung scheint zu kompliziert.“

Problem: Die Implementierung erfordert technisches Verständnis, insbesondere im Umgang mit dem Google Tag Manager oder direktem Code.

Lösung: Die Implementierung über den Google Tag Manager mit CSS-Selektoren ist oft einfacher als gedacht und kann von einem technisch versierten Marketer umgesetzt werden. Für komplexere Setups, insbesondere bei der Nutzung eines Data Layers, ist die Zusammenarbeit mit einem Entwickler oder einer spezialisierten Agentur der effizienteste Weg, um eine fehlerfreie Einrichtung sicherzustellen.

„Was ist, wenn wir nur wenige First-Party-Daten erfassen?“

Problem: Enhanced Conversions funktioniert nur, wenn auf der Conversion-Seite Daten wie eine E-Mail-Adresse abgefragt werden.

Lösung: Dies ist eine grundlegende Voraussetzung. Wenn Ihr Prozess dies noch nicht vorsieht (z. B. bei einer Conversion ohne Registrierung), sollten Sie strategisch prüfen, ob Sie Ihren Conversion-Fluss anpassen können. Bereits die Erfassung einer E-Mail-Adresse kann die Messgenauigkeit erheblich verbessern und bietet zudem weitere Vorteile für Ihr eigenes Marketing (z. B. für Transaktions-E-Mails).

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