Growth Marketing

André Puschinsky09.10.2025

Interessen-Targeting ist eine Targeting-Methode auf der Business-Plattform LinkedIn, die es Werbetreibenden ermöglicht, ihre Anzeigen an Nutzer basierend auf deren gezeigten beruflichen Interessen und ihrer Mitgliedschaft in LinkedIn-Gruppen auszurichten. Anstatt sich nur auf demografische Daten wie Jobtitel oder Branche zu verlassen, erschließt dieses Feature eine verhaltensbasierte Ebene, die auf den Inhalten basiert, mit denen Nutzer interagieren. Für Entscheider und Marketingverantwortliche ist Interessen-Targeting ein strategisches Instrument, um hochrelevante Fachzielgruppen zu erreichen, die sich aktiv mit bestimmten Themen auseinandersetzen, und so die Relevanz und Effizienz von Werbekampagnen zu steigern.

Überblick

Die strategische Bedeutung des Interessen-Targetings liegt in seiner Fähigkeit, Nutzer basierend auf ihren tatsächlichen professionellen Leidenschaften und Wissensgebieten anzusprechen. Es geht über die reine Berufsbezeichnung hinaus und erfasst, für welche Themen sich eine Person aktiv interessiert, welchen Experten sie folgt und in welchen Fachgruppen sie sich austauscht. Für Unternehmen ist dieser Ansatz ein entscheidender Hebel, um Nischenzielgruppen zu erschließen, die über traditionelle Targeting-Methoden schwer zu identifizieren sind. Er ermöglicht es, Werbebotschaften genau dort zu platzieren, wo bereits ein hohes Maß an Engagement und thematischer Relevanz besteht, was die Performance von Kampagnen optimiert.

Funktionsweise

Interessen-Targeting auf LinkedIn basiert auf den Algorithmen der Plattform, die das Nutzerverhalten analysieren. Die Ausrichtung wird im LinkedIn Campaign Manager während der Kampagnenerstellung konfiguriert.

  • Datengrundlage: LinkedIn identifiziert die Interessen eines Nutzers durch dessen Aktivitäten auf der Plattform. Dazu gehören:
  1. Inhalte, mit denen interagiert wird: Artikel, Videos und Beiträge, die ein Nutzer liked, kommentiert oder teilt.
  2. Personen und Seiten, denen gefolgt wird: Einflussreiche Persönlichkeiten, Unternehmen und Themenseiten.
  3. Mitgliedschaften in LinkedIn-Gruppen: Fachspezifische Gruppen, in denen sich Nutzer zu bestimmten Themen austauschen.
  • Zielgruppen-Auswahl: Im Campaign Manager wählt der Werbetreibende aus einer Liste vordefinierter Interessenkategorien und spezifischer LinkedIn-Gruppen aus. Diese Kategorien reichen von allgemeinen Geschäftsinteressen (z. B. „Unternehmensführung“) bis hin zu sehr spezifischen Nischenthemen (z. B. „Cloud Computing“ oder „Künstliche Intelligenz“).
  • Kombination mit anderen Kriterien: Die Stärke des Interessen-Targetings entfaltet sich oft in der Kombination mit anderen Targeting-Optionen. So kann ein Werbetreibender beispielsweise Marketingleiter (Jobtitel) ansprechen, die sich zusätzlich für das Thema „Account-Based Marketing“ (Interesse) interessieren.

Strategische Anwendungsfälle

Interessen-Targeting ist ein flexibles Werkzeug, das für verschiedene Marketingziele im B2B-Umfeld eingesetzt werden kann.

  • Ansprache von Nischenexperten: Erreichen von Fachleuten in sehr spezifischen Feldern (z. B. Bioinformatik, Quantencomputing), die schwer über allgemeine Jobtitel zu fassen sind, aber in entsprechenden Fachgruppen aktiv sind.
  • Förderung von Thought Leadership: Ausspielen von Fachartikeln, Studien oder Whitepapern an eine Zielgruppe, die bereits ein starkes Interesse an dem behandelten Thema signalisiert hat, um die Relevanz und Glaubwürdigkeit zu maximieren.
  • Generierung hochqualifizierter Leads: Bewerbung eines Webinars über „Cybersicherheit im Finanzsektor“ gezielt an Nutzer, die Mitglied in Gruppen zu IT-Sicherheit und Finanzen sind.
  • Produkt- und Dienstleistungspromotion: Vorstellung eines neuen Software-Tools für Projektmanager an eine Zielgruppe, die ein Interesse an „Agile Methodologies“ oder „Scrum“ zeigt.
  • Steigerung der Event-Teilnahme: Bewerbung einer Fachkonferenz oder eines Messestands an Nutzer, die sich für die Kernthemen der Veranstaltung interessieren.

Best Practices zur strategischen Optimierung

Um das volle Potenzial des Interessen-Targetings zu nutzen, ist ein durchdachter und testbasierter Ansatz erforderlich.

  1. Kombinieren Sie Interessen mit demografischen Daten: Nutzen Sie Interessen-Targeting nicht isoliert. Die Kombination mit Kriterien wie Karrierestufe, Unternehmensgröße oder Branche schärft die Zielgruppe und reduziert Streuverluste.
  2. Nutzen Sie Gruppen-Targeting für spezifische Nischen: Die Mitgliedschaft in einer bestimmten Fachgruppe ist oft ein stärkeres Signal für Expertise und tiefes Interesse als eine allgemeine Interessenkategorie.
  3. Denken Sie über den Tellerrand hinaus: Ein IT-Leiter interessiert sich möglicherweise nicht nur für IT-Themen, sondern auch für „Change Management“ oder „Leadership Development“. Testen Sie auch angrenzende Interessengebiete.
  4. Testen Sie verschiedene Interessen gegeneinander: Erstellen Sie separate Kampagnen oder Anzeigengruppen für unterschiedliche Interessen, um zu analysieren, welche Zielgruppe die besten Ergebnisse (z. B. niedrigster CPL, höchste Engagement-Rate) liefert.
  5. Passen Sie Ihre Botschaft an das Interesse an: Die Anzeige sollte direkt auf das Interesse der Zielgruppe eingehen. Sprechen Sie Nutzer, die sich für „Nachhaltigkeit“ interessieren, mit einer Botschaft an, die diesen Aspekt Ihres Produkts hervorhebt.

Vorteile für die Unternehmensstrategie

Die Integration von Interessen-Targeting in die LinkedIn-Werbestrategie zeugt von einem tiefen Zielgruppenverständnis und bietet klare unternehmerische Vorteile.

  • Erhöhte Relevanz der Werbebotschaft: Anzeigen werden Nutzern präsentiert, die bereits ein Grundinteresse am Thema haben, was die Wahrscheinlichkeit für positive Interaktionen und Konversionen deutlich erhöht.
  • Effizientere Budgetnutzung: Durch die präzisere Zielgruppenansprache werden Streuverluste minimiert. Das Budget wird auf die Nutzer konzentriert, bei denen die Werbebotschaft am ehesten auf Resonanz stößt.
  • Entdeckung neuer Zielgruppensegmente: Die Analyse der Performance verschiedener Interessengruppen kann neue, unerwartete, aber hochrelevante Kundensegmente aufdecken, die für das Unternehmenswachstum genutzt werden können.
  • Stärkung der Markenpositionierung: Indem ein Unternehmen seine Inhalte gezielt im Kontext relevanter Fachthemen platziert, positioniert es sich als Experte und Thought Leader in seiner Nische.
  • Wettbewerbsvorteil durch Präzision: Unternehmen, die verhaltensbasiertes Targeting wie das Interessen-Targeting nutzen, können ihre Zielgruppen präziser und kontextbezogener ansprechen als Wettbewerber, die sich allein auf statische demografische Merkmale verlassen.

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