Growth Marketing

24.09.2025

In einer Marketing-Welt, die zunehmend von Automatisierung und künstlicher Intelligenz geprägt ist, scheint die manuelle Steuerung ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sein. Doch für erfahrene Werbetreibende und strategische Entscheider bleibt der manuelle CPC (Cost-per-Click) eine relevante und oft unverzichtbare Gebotsstrategie in Google Ads. Während automatisierte Systeme auf Effizienz und Skalierung ausgelegt sind, bietet der manuelle CPC das, was Algorithmen nicht können: absolute, granulare Kontrolle. Das Verständnis dieser Strategie ist der Schlüssel, um in spezifischen Szenarien maximale Performance zu erzielen und Kampagnen mit chirurgischer Präzision zu steuern.

1. Was ist der manuelle CPC?

Der manuelle CPC ist eine Gebotsstrategie in Google Ads, bei der Sie für jedes einzelne Keyword (oder jede Anzeigengruppe) von Hand ein maximales Klickgebot festlegen. Sie geben Google also exakt vor, wie viel Sie maximal bereit sind, für einen einzelnen Klick auf Ihre Anzeige zu bezahlen. Dies steht im direkten Gegensatz zu automatisierten Gebotsstrategien (Smart Bidding), bei denen ein Algorithmus die Gebote in Echtzeit anpasst, um ein übergeordnetes Ziel wie die Maximierung von Conversions oder eines Ziel-ROAS zu erreichen.

Der strategische Zweck des manuellen CPC ist die Erlangung der vollen Kontrolle über die Gebotshöhe und damit über die Kosten und die Position Ihrer Anzeigen. Es ist die Strategie für den Werbetreibenden, der dem Algorithmus nicht das Steuer überlassen, sondern selbst jede Entscheidung treffen möchte.

Mit der optionalen Erweiterung „Optimierter CPC“ (eCPC) kann eine Brücke zur Automatisierung geschlagen werden. Ist diese Funktion aktiviert, erlaubt sie Google, Ihr manuelles Gebot in Auktionen, die wahrscheinlich zu einer Conversion führen, leicht zu erhöhen und in weniger vielversprechenden Auktionen zu senken. Der manuelle CPC bleibt jedoch die Basis.

2. Wie funktioniert der manuelle CPC in der Praxis?

Die Funktionsweise ist direkt und transparent. Sie navigieren in Ihrem Google Ads-Konto zur Keyword-Ebene und geben in der Spalte „Max. CPC“ Ihr Gebot ein.

Beispiel:

Sie betreiben einen Online-Shop für hochwertige Kaffeebohnen.

  • Für das hochrelevante Keyword [espressobohnen kaufen] setzen Sie ein manuelles Gebot von 2,50 €. Sie signalisieren Google damit, dass Sie für einen Klick bei dieser Suchanfrage nicht mehr als diesen Betrag ausgeben möchten.
  • Für das allgemeinere Keyword kaffee informationen setzen Sie ein niedrigeres Gebot von 0,50 €, da die Kaufintention hier deutlich geringer ist.

In jeder Anzeigenauktion konkurriert Ihr maximales Gebot nun mit den Geboten der Wettbewerber. Ihr Anzeigenrang, der über Ihre Position entscheidet, wird dabei nicht nur durch Ihr Gebot, sondern auch durch Ihren Qualitätsfaktor bestimmt.

Anzeigenrang = Max. CPC-Gebot × Qualitätsfaktor

Das bedeutet, Sie haben die volle Kontrolle über eine der beiden entscheidenden Variablen in dieser Formel. Der tatsächliche Klickpreis, den Sie zahlen, liegt oft unter Ihrem maximalen Gebot – er ist genau den Betrag, der nötig ist, um den Anzeigenrang des nächstplatzierten Wettbewerbers zu übertreffen.

3. Warum ist der manuelle CPC strategisch wichtig?

Obwohl Google stark auf Automatisierung drängt, gibt es für strategisch denkende Entscheider überzeugende Gründe, den manuellen CPC als festen Bestandteil im Werkzeugkasten zu behalten.

  • Absolute Kostenkontrolle: Sie haben die Gewissheit, dass der Klickpreis für ein bestimmtes Keyword niemals einen von Ihnen festgelegten Wert übersteigt. Dies ist besonders in stark umkämpften Märkten oder bei begrenzten Budgets ein entscheidender Vorteil, um unvorhergesehene Kostenspitzen zu vermeiden.
  • Gezielte Steuerung der Anzeigenposition: Möchten Sie für Ihr wichtigstes Marken-Keyword garantiert auf Position 1 erscheinen? Mit dem manuellen CPC können Sie das Gebot so lange anpassen, bis diese Position stabil erreicht wird. Automatisierte Strategien optimieren auf Effizienz, nicht zwingend auf eine bestimmte Position.
  • Schnelle Reaktion auf Marktveränderungen: Sehen Sie, dass ein Wettbewerber seine Gebote aggressiv erhöht? Mit dem manuellen CPC können Sie sofort und gezielt gegensteuern, ohne auf die Lernphase eines Algorithmus warten zu müssen. Sie behalten die Agilität, um taktisch auf das Marktumfeld zu reagieren.
  • Performance in Nischen ohne ausreichend Daten: Automatisierte Gebotsstrategien benötigen eine signifikante Menge an Conversion-Daten, um effektiv zu lernen. Bei neuen Kampagnen, Nischenprodukten oder in Märkten mit sehr wenigen Conversions liefert der manuelle CPC oft stabilere und bessere Ergebnisse, da er nicht auf eine unzureichende Datengrundlage angewiesen ist.

4. Best Practices: So setzen Sie den manuellen CPC gewinnbringend ein

Der Einsatz von manuellem CPC erfordert Disziplin und eine analytische Herangehensweise. Er ist kein „Set-it-and-forget-it“-Tool.

1. Nutzen Sie den manuellen CPC gezielt bei Kampagnenstarts

Wenn Sie eine neue Kampagne starten, haben Sie noch keine Conversion-Daten. Beginnen Sie mit manuellem CPC, um ein Gefühl für die benötigten Gebote und die Performance zu bekommen. Sie sammeln erste Daten und können später, wenn eine solide Datengrundlage vorhanden ist, fundiert entscheiden, ob ein Wechsel zu einer automatisierten Strategie sinnvoll ist.

2. Legen Sie Gebote auf Keyword-Ebene fest

Vermeiden Sie es, nur ein Standardgebot auf Anzeigengruppenebene festzulegen. Die wahre Stärke des manuellen CPC entfaltet sich erst, wenn Sie die Gebote für jedes Keyword individuell auf dessen spezifische Leistung und strategische Bedeutung anpassen. Ein Keyword, das viele Conversions zu niedrigen Kosten bringt, verdient ein höheres Gebot als eines, das nur assistierende Funktion hat.

3. Etablieren Sie einen regelmäßigen Optimierungszyklus

Manuelle Gebotsverwaltung ist ein aktiver Prozess. Analysieren Sie mindestens wöchentlich die Performance Ihrer wichtigsten Keywords.

  • Erhöhen Sie Gebote für profitable Keywords, die durch ein zu niedriges Gebot an Sichtbarkeit verlieren („unter der ersten Seite“).
  • Senken Sie Gebote für Keywords, die zwar Klicks generieren, aber keine Conversions bringen oder einen zu hohen Cost-per-Acquisition (CPA) aufweisen.

4. Kombinieren Sie manuelle Gebote mit Gebotsanpassungen

Nutzen Sie die volle Macht der Kontrolle, indem Sie manuelle Gebote mit prozentualen Gebotsanpassungen kombinieren. Erhöhen Sie beispielsweise Ihre Gebote für Nutzer an bestimmten Standorten, auf bestimmten Geräten (z. B. +15 % für Mobilgeräte) oder zu bestimmten Tageszeiten (z. B. +20 % während der Geschäftszeiten). So verfeinern Sie Ihre Strategie auf eine Weise, die hochgradig individualisiert ist.

5. Häufige Herausforderungen und strategische Lösungen

Die volle Kontrolle bringt auch eine hohe Verantwortung und potenzielle Fallstricke mit sich.

Der Zeitaufwand ist zu hoch

Problem: Die manuelle Pflege hunderter oder tausender Keyword-Gebote ist in großen Konten nicht praktikabel und bindet wertvolle Ressourcen, die für strategische Aufgaben fehlen.

Lösung: Setzen Sie Prioritäten. Wenden Sie den manuellen CPC nur dort an, wo er den größten strategischen Hebel hat – zum Beispiel in Ihrer Marken-Kampagne oder für Ihre Top-10-Performance-Keywords. Für den Rest des Kontos können automatisierte Strategien oft die effizientere Lösung sein. Nutzen Sie zusätzlich automatisierte Regeln oder Skripte, um Gebote auf Basis von Leistungsdaten (z. B. „Erhöhe Gebot um 10 %, wenn CPA unter 20 € liegt“) teilautomatisiert anzupassen.

Verpasste Chancen durch fehlende Echtzeit-Optimierung

Problem: Der manuelle Ansatz kann nicht auf die unzähligen Signale reagieren, die Google in Echtzeit analysiert (z. B. Browser, Betriebssystem, genaue Suchintention). Sie verpassen möglicherweise die Chance, in einer hochgradig vielversprechenden Auktion das Gebot dynamisch zu erhöhen.

Lösung: Aktivieren Sie den Optimierten CPC (eCPC). Dies ist der perfekte Kompromiss. Sie behalten die grundsätzliche Kontrolle durch Ihr manuelles Basis-Gebot, geben dem Algorithmus aber einen kleinen Spielraum, um in Echtzeit auf positive Signale zu reagieren. Sie bekommen das Beste aus beiden Welten: Kontrolle und einen Hauch von intelligenter Automatisierung.

Gebote basieren auf Bauchgefühl statt auf Daten

Problem: Gebote werden willkürlich festgelegt, ohne eine klare Berechnungsgrundlage. Dies führt entweder zu unprofitablen Klicks oder zu verpasstem Traffic.

Lösung: Definieren Sie eine klare Formel für Ihre Gebotsentscheidungen. Ein einfacher, aber effektiver Ansatz basiert auf Ihrer Conversion-Rate und Ihrem Ziel-CPA:

Max. CPC-Gebot = Ziel-CPA × Conversion-Rate

Beispiel: Wenn Ihr Ziel-CPA bei 50 € liegt und Ihre durchschnittliche Conversion-Rate bei 2 % liegt, sollte Ihr maximales Gebot nicht über 1,00 € liegen (50 € × 0,02). Diese Berechnung schafft eine datengestützte und profitable Grundlage für Ihre manuelle Gebotsstrategie.

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