Webdesign

André Puschinsky22.09.2025

UX-Design (User Experience Design) beschäftigt sich mit der systematischen Gestaltung der Nutzererfahrung digitaler Produkte. Es umfasst die Analyse, Konzeption und kontinuierliche Optimierung aller Berührungspunkte zwischen Nutzer und digitalem Interface. Dabei stehen die Bedürfnisse, Emotionen und mentalen Modelle der Nutzer im Mittelpunkt des Gestaltungsprozesses.

Der Kern des UX-Designs liegt darin, komplexe Systeme intuitiv nutzbar zu machen und dabei die kognitiven Belastungen für den Nutzer zu minimieren. Erfolgreiche UX-Designer verwenden dabei wissenschaftlich fundierte Methoden der Nutzerforschung, Psychologie und Informationsarchitektur.

Erfolgsmessung im UX-Design

Hervorragendes UX-Design bleibt unsichtbar – es fällt erst auf, wenn es fehlt. Nutzer bemerken gute User Experience meist nicht bewusst, da sie reibungslos durch ihre Aufgaben geleitet werden.

Praktische Indikatoren für schlechtes UX-Design zeigen sich in überfüllten Interfaces wie komplexen Ticketautomaten der Deutschen Bahn oder unübersichtlichen E-Commerce-Seiten mit zu vielen Navigationspunkten. Diese führen zu erhöhten Abbruchraten und frustrierten Nutzern.

Messbare Erfolgsfaktoren für gutes UX-Design:

  • Reduzierte Task-Completion-Zeit (Zeit bis zur Zielerreichung)
  • Niedrige Bounce-Rate und hohe Verweildauer
  • Positive System Usability Scale (SUS) Bewertungen
  • Geringe Supportanfragen und Fehlermeldungen

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne digitaler Nutzer beträgt nur 8-15 Sekunden – UX-Design entscheidet oft binnen weniger Augenblicke über Erfolg oder Misserfolg einer digitalen Lösung.

Abgrenzung: UX-Design vs. UI-Design

UX-Design und UI-Design werden häufig verwechselt, haben jedoch fundamental unterschiedliche Schwerpunkte und Arbeitsmethoden.

UX-Designer konzentrieren sich auf die funktionale Ebene: Sie erforschen Nutzerverhalten durch Usability-Tests, User-Journey-Mapping und Card-Sorting-Verfahren. Ihre Arbeit basiert auf empirischen Daten und verhaltenspsychologischen Erkenntnissen. Typische Deliverables sind Wireframes, Personas und Informationsarchitekturen.

UI-Designer arbeiten auf der visuellen Gestaltungsebene: Sie entwickeln visuelle Hierarchien, Corporate Design Systeme und interaktive Prototypen. Ihre Methoden sind künstlerisch-kreativ und orientieren sich an Gestaltgesetzen wie dem Gesetz der Nähe oder visuellen Gewichtung.

Praxisbeispiel für schlechte Trennung: Ein Online-Shop mit ästhetisch ansprechendem Design (gutes UI), aber versteckten Zusatzkosten im Checkout-Prozess (schlechte UX) führt zu hohen Warenkorbabbrüchen trotz attraktiver Optik.

Wann ist UX-Design sinnvoll – wann nicht?

UX-Design ist besonders wertvoll bei:

  • Komplexen Anwendungen mit vielen Funktionen (wie Verwaltungssoftware)
  • Häufig genutzten Interfaces mit repetitiven Aufgaben
  • Zielgruppen mit geringer digitaler Erfahrung
  • Kritischen Prozessen wie Kaufabwicklungen oder Formularen

UX-Design kann vernachlässigt werden bei:

  • Einmalig genutzten Microsites ohne Interaktion
  • Sehr spezialisierten Fachtools für Expert-Nutzer
  • Experimentellen Prototypen in frühen Entwicklungsphasen

Wirtschaftlicher Impact: Studien zeigen, dass jeder in UX investierte Euro durchschnittlich 10-100 Euro Umsatzsteigerung generiert (ROI-Faktor von 1:10 bis 1:100).

Informationsarchitektur als UX-Fundament

Die Informationsarchitektur bildet das unsichtbare Gerüst erfolgreicher digitaler Produkte. Sie definiert, wie Inhalte strukturiert, kategorisiert und miteinander verknüpft werden.

Bewährte Methoden der Informationsarchitektur:

  • Card Sorting zur nutzerorientierten Kategorisierung
  • Tree Testing zur Validierung von Navigationsstrukturen
  • Mental Model Research zur Analyse von Nutzererwartungen

Kontrastbeispiel: Eine flache Informationsarchitektur (wenige Ebenen, viele Items pro Ebene) funktioniert bei E-Commerce-Seiten besser, während tiefe Strukturen (viele Ebenen, wenige Items pro Ebene) bei Wissensdatenbanken effektiver sind.

Die optimale Menü-Struktur folgt der 7±2-Regel von George Miller – Menschen können maximal 5-9 Items gleichzeitig kognitiv verarbeiten.

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