Webdesign

André Puschinsky11.09.2025

Was sind Core Web Vitals?

Die Core Web Vitals sind ein von Google definierter Satz spezifischer, messbarer Metriken, die die tatsächliche Benutzererfahrung (User Experience) einer Webseite bewerten. Sie gehen über rein technische Leistungskennzahlen hinaus und konzentrieren sich darauf, wie schnell, reaktionssicher und visuell stabil eine Seite für einen echten Nutzer ist.

Für Google sind diese Metriken ein zentraler Bestandteil des Page Experience Signals, das seit 2021 als direkter Rankingfaktor dient. Eine Optimierung der Core Web Vitals ist somit nicht nur entscheidend für eine positive Nutzererfahrung, sondern auch ein strategischer Hebel zur Verbesserung der Sichtbarkeit in den Suchergebnissen.

Die drei Säulen der Core Web Vitals

Die Core Web Vitals setzen sich aus drei fundamentalen Metriken zusammen, die jeweils einen kritischen Aspekt der Benutzererfahrung abbilden:

Largest Contentful Paint (LCP): Die gefühlte Ladegeschwindigkeit

Der LCP misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element (z. B. ein Bild, Video oder ein großer Textblock) im Viewport des Nutzers geladen ist. Diese Metrik ist ein Indikator dafür, wie schnell der Nutzer den Hauptinhalt der Seite wahrnehmen kann. Ein schneller LCP vermittelt das Gefühl einer performanten Seite und verhindert, dass Nutzer aus Ungeduld abspringen.

Best Practice: Ein LCP-Wert von unter 2,5 Sekunden gilt als gut. Werte über 4 Sekunden deuten auf ernsthafte Probleme hin.

First Input Delay (FID): Die Reaktionsfähigkeit

Der FID misst die Zeit von der ersten Interaktion eines Nutzers (z. B. ein Klick auf einen Link oder Button) bis zu dem Moment, in dem der Browser tatsächlich auf diese Aktion reagieren kann. Ein langer FID entsteht oft, wenn der Browser durch das Ausführen von JavaScript im Hintergrund blockiert ist. Für den Nutzer äußert sich dies in einer spürbaren Verzögerung, die frustrierend sein kann – die Seite fühlt sich „eingefroren“ an.

Best Practice: Ein FID von unter 100 Millisekunden ist optimal. Ab 300 Millisekunden wird die Verzögerung als störend empfunden.

Cumulative Layout Shift (CLS): Die visuelle Stabilität

Der CLS quantifiziert unerwartete Layout-Verschiebungen während des Ladevorgangs. Solche Verschiebungen treten auf, wenn Elemente wie Bilder, Werbeanzeigen oder Schriftarten nachträglich geladen werden und bereits sichtbare Inhalte verdrängen. Dies führt zu einer schlechten Nutzererfahrung, da Nutzer versehentlich auf falsche Elemente klicken oder den Faden beim Lesen verlieren.

Best Practice: Ein CLS-Wert von unter 0,1 wird als gut eingestuft. Werte über 0,25 sind kritisch.

Tools zur Analyse und Optimierung

Eine fundierte Optimierung der Core Web Vitals erfordert präzise Messdaten. Dabei ist es entscheidend, zwischen Labordaten (simulierte Tests) und Felddaten (reale Nutzerdaten) zu unterscheiden. Folgende Werkzeuge sind in der Praxis unverzichtbar:

  • Google PageSpeed Insights: Dieses Tool ist der De-facto-Standard. Es liefert sowohl Labordaten aus einer simulierten Testumgebung als auch Felddaten aus dem Chrome User Experience Report (CrUX), sofern genügend Nutzerdaten vorhanden sind. Zudem gibt es konkrete Handlungsempfehlungen zur Behebung identifizierter Probleme.
  • Google Search Console: Der Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console basiert ausschließlich auf Felddaten. Er gruppiert URLs nach ihrem Status (gut, verbesserungsbedürftig, schlecht) und ermöglicht es, Probleme systematisch für die gesamte Webseite zu identifizieren und deren Behebung zu verfolgen.
  • Lighthouse: Als Open-Source-Tool direkt in den Chrome-Entwicklertools integriert, liefert Lighthouse umfassende Labordaten zur Leistung, Zugänglichkeit und SEO einer Seite. Es ist ideal für die Analyse und das Testen während der Entwicklung.

Strategien zur Optimierung der Core Web Vitals

Die Verbesserung der Core Web Vitals ist ein technischer Prozess, der gezielte Maßnahmen erfordert:

  • Bild- und Medienoptimierung: Bilder sind oft der Hauptgrund für einen schlechten LCP. Komprimieren Sie Bilder ohne sichtbaren Qualitätsverlust, nutzen Sie moderne Formate wie WebP oder AVIF und implementieren Sie Lazy Loading für Bilder, die sich außerhalb des initialen sichtbaren Bereichs befinden.
  • Reduzierung und Optimierung von JavaScript: Ein hoher FID wird meist durch zu viel oder ineffizientes JavaScript verursacht. Reduzieren Sie ungenutzten Code, teilen Sie große Skripte in kleinere Chunks auf (Code Splitting) und verschieben Sie die Ausführung nicht-kritischer Skripte mit Attributen wie defer oder async.
  • Reservierung von Platz für dynamische Inhalte: Um CLS-Probleme zu vermeiden, sollten Sie für alle Bilder und Medienelemente explizit width- und height-Attribute im HTML festlegen. Dies ermöglicht dem Browser, den benötigten Platz bereits vor dem Laden des Inhalts zu reservieren. Gleiches gilt für Werbebanner oder eingebettete Iframes.
  • Server-Performance und Caching: Eine schnelle Serverantwortzeit (Time to First Byte, TTFB) ist die Grundlage für gute Ladezeiten. Nutzen Sie einen leistungsstarken Hosting-Anbieter, implementieren Sie serverseitiges Caching und setzen Sie ein Content Delivery Network (CDN) ein, um Inhalte schneller an Nutzer weltweit auszuliefern.

Fazit: Core Web Vitals als strategische Notwendigkeit

Die Core Web Vitals sind mehr als nur eine technische Kennzahl – sie sind ein direktes Maß für die Qualität der Nutzererfahrung und ein entscheidender Faktor für den Erfolg im digitalen Wettbewerb. Webseiten, die schnell laden, sofort reagieren und stabil bleiben, binden Nutzer effektiver und werden von Google mit besseren Rankings belohnt.

Eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung dieser Metriken ist daher keine optionale Aufgabe mehr, sondern ein fundamentaler Bestandteil einer jeden modernen SEO- und Webstrategie. Bei pechschwarz® betrachten wir die Optimierung der Core Web Vitals als integralen Baustein, um die digitale Performance und Markenstärke unserer Kunden nachhaltig zu steigern.

ChristinaSales Manager+4920225855309
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