Growth Marketing

André Puschinsky10.10.2025

Kundenlisten-Targeting ist eine leistungsstarke Targeting-Methode auf Pinterest, die es Unternehmen ermöglicht, ihre eigenen Kundendaten – typischerweise E-Mail-Listen – zu nutzen, um präzise Zielgruppen (Custom Audiences) zu erstellen. Dieses Instrument erlaubt es, bestehende Kunden, Abonnenten oder Leads direkt auf der Plattform wieder anzusprechen (Retargeting) oder als Basis für die Erstellung statistischer Zwillinge (Actalike Audiences) zu verwenden. Für Marketingentscheider ist das Kundenlisten-Targeting ein zentraler Hebel, um die Kommunikation mit hochrelevanten Nutzersegmenten zu personalisieren und den Wert bestehender Kundenkontakte strategisch zu maximieren.

Überblick

Die strategische Bedeutung des Kundenlisten-Targetings liegt in der Nutzung von First-Party-Daten – dem wertvollsten Datenschatz eines Unternehmens. Anstatt auf breite Interessenkategorien oder Verhaltensweisen zu zielen, können Werbetreibende eine direkte Verbindung zu Personen herstellen, die bereits eine Beziehung zur Marke haben. Dies ermöglicht eine extrem relevante und personalisierte Ansprache. Für Unternehmen ist dies ein entscheidendes Werkzeug, um die Kundenbindung zu stärken, die Wiederkaufsrate zu erhöhen und den Customer Lifetime Value (CLV) zu steigern, indem wertvolle Kundensegmente gezielt mit passenden Angeboten oder Botschaften versorgt werden.

Funktionsweise

Die Nutzung von Kundenlisten im Pinterest Ads Manager ist ein sicherer und datenschutzkonformer Prozess, der auf dem Abgleich von anonymisierten Daten beruht.

  1. Vorbereitung der Kundenliste: Der Werbetreibende exportiert eine Liste seiner Kundendaten, üblicherweise E-Mail-Adressen. Die Liste muss als CSV-Datei formatiert sein und den Datenschutzbestimmungen entsprechen (d. h., es muss eine Einwilligung der Nutzer zur Verwendung ihrer Daten für Marketingzwecke vorliegen).
  2. Upload der Liste: Im Pinterest Ads Manager wird unter dem Menüpunkt „Zielgruppen“ (Audiences) die Option zur Erstellung einer neuen Zielgruppe auf Basis einer Kundenliste („Customer List“) ausgewählt.
  3. Hashing und Matching: Vor dem Upload werden die E-Mail-Adressen auf dem Computer des Werbetreibenden lokal gehasht. Das bedeutet, sie werden in einen anonymisierten, nicht umkehrbaren Code umgewandelt. Pinterest lädt nur diesen Hash-Code hoch und gleicht ihn mit den ebenfalls gehashten Daten seiner Nutzerbasis ab. Personenbezogene Daten im Klartext verlassen somit nie das System des Unternehmens.
  4. Erstellung der Custom Audience: Pinterest identifiziert die Übereinstimmungen und erstellt daraus eine Custom Audience. Diese Zielgruppe besteht aus den Pinterest-Nutzern, die in der hochgeladenen Kundenliste enthalten waren. Der Prozess dauert in der Regel bis zu 48 Stunden.
  5. Kampagneneinsatz: Die fertige Zielgruppe kann nun für verschiedene Kampagnenstrategien ausgewählt werden, z. B. für gezieltes Retargeting oder als Quell-Audience für die Erstellung einer Actalike Audience.

Strategische Anwendungsfälle

Kundenlisten-Targeting ist ein äußerst vielseitiges Instrument für fortgeschrittene Marketingstrategien.

  • Reaktivierung von inaktiven Kunden: Sprechen Sie Kunden an, die seit längerer Zeit nichts mehr gekauft haben, mit speziellen Angeboten oder Neuheiten, um sie zur Rückkehr zu motivieren.
  • Cross- und Up-Selling: Bewerben Sie ergänzende Produkte bei bestehenden Kunden. Wer beispielsweise ein Sofa gekauft hat, könnte an passenden Kissen oder einem Beistelltisch interessiert sein.
  • Bewerbung von exklusiven Angeboten: Richten Sie Kampagnen mit Sonderkonditionen, Rabatten oder frühzeitigem Zugang zu neuen Kollektionen gezielt an Ihre treuesten Kunden, um deren Loyalität zu belohnen.
  • Ausschluss von bestehenden Kunden: Schließen Sie Ihre Käufer-Listen aus Neukunden-Akquise-Kampagnen aus, um Werbebudget zu sparen und zu vermeiden, dass treue Kunden mit generischen Willkommensangeboten angesprochen werden.
  • Erstellung hochwertiger Actalike Audiences: Nutzen Sie eine Liste Ihrer wertvollsten Kunden (z. B. solche mit hohem Warenkorbwert oder hoher Kauffrequenz) als Quell-Audience, um neue Nutzer mit dem höchstmöglichen Potenzial zu finden.

Best Practices zur strategischen Optimierung

Um das volle Potenzial des Kundenlisten-Targetings auszuschöpfen, ist eine sorgfältige Segmentierung und Pflege der Daten unerlässlich.

  1. Segmentieren Sie Ihre Kundenlisten: Laden Sie nicht nur eine einzige, große Liste hoch. Erstellen Sie stattdessen segmentierte Listen, z. B. nach „Stammkunden“, „Einmalkäufer“, „Newsletter-Abonnenten“ oder „Käufer einer bestimmten Produktkategorie“. Dies ermöglicht eine weitaus präzisere Ansprache.
  2. Halten Sie Ihre Listen aktuell: Aktualisieren Sie Ihre Kundenlisten regelmäßig (z. B. monatlich), um neue Kunden hinzuzufügen und solche, die sich abgemeldet haben, zu entfernen. Dies sichert die Relevanz und Konformität Ihrer Zielgruppen.
  3. Achten Sie auf eine ausreichende Listengröße: Damit Pinterest eine statistisch signifikante Zielgruppe erstellen kann, sollte Ihre Liste mindestens 100 übereinstimmende Nutzer enthalten. Für eine robuste Performance sind jedoch Listen mit 1.000 oder mehr Kontakten zu empfehlen.
  4. Respektieren Sie den Datenschutz: Stellen Sie sicher, dass Sie die explizite Zustimmung Ihrer Nutzer haben, deren Daten für Werbezwecke zu verwenden. Kommunizieren Sie dies transparent in Ihrer Datenschutzerklärung.
  5. Passen Sie Ihre Botschaft an das Segment an: Sprechen Sie Ihre Stammkunden anders an als Ihre Newsletter-Abonnenten, die noch nie etwas gekauft haben. Personalisierte Creatives und Angebote steigern die Effektivität der Kampagne erheblich.

Vorteile für die Unternehmensstrategie

Der Einsatz von Kundenlisten ist ein Zeichen für datengetriebenes Marketing und bietet entscheidende Geschäftsvorteile.

  • Maximale Relevanz und Personalisierung: Sie erreichen Personen, die Ihre Marke bereits kennen und ihr Vertrauen geschenkt haben. Dies führt zu höheren Engagement- und Conversion-Raten als bei der Ansprache kalter Zielgruppen.
  • Steigerung des Customer Lifetime Value (CLV): Durch gezielte Reaktivierungs- und Up-Selling-Kampagnen binden Sie Kunden langfristig an Ihr Unternehmen und steigern den Umsatz pro Kunde.
  • Effizientere Budgetnutzung: Die Konzentration auf hochrelevante Segmente und der Ausschluss von irrelevanten Kontakten minimieren Streuverluste und maximieren den Return on Ad Spend (ROAS).
  • Unabhängigkeit von Drittanbieter-Daten: In einer Zeit zunehmender Einschränkungen von Cookies und Tracking-Technologien wird die Nutzung eigener First-Party-Daten zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
  • Verbesserte Neukundengewinnung: Die Erstellung von Actalike Audiences auf Basis Ihrer besten Kunden ist eine der effektivsten Methoden, um qualitativ hochwertige Neukunden zu finden und das Unternehmenswachstum intelligent zu skalieren.

ChristinaConsultant+4920225855309
PaulConsultant+4920225855318
Building brands people love
Building brands people love
Building brands people love
Building brands people love
Building brands people love
Building brands people love
Building brands people love