Content Creation

André Puschinsky29.09.2025

Für zukunftsorientierte Entscheider im Marketing war Suchmaschinenoptimierung (SEO) lange Zeit gleichbedeutend mit dem Erreichen eines Top-Rankings bei Google. Doch das digitale Verhalten der Kunden hat sich radikal verändert. Die Suche nach Informationen, Produkten und Dienstleistungen findet nicht mehr nur in einer einzigen Suchmaschine statt, sondern verteilt sich auf unzählige Plattformen – von Social-Media-Feeds und E-Commerce-Marktplätzen bis hin zu Sprachassistenten und Podcast-Verzeichnissen. Um in dieser fragmentierten Landschaft sichtbar zu bleiben, ist ein Paradigmenwechsel erforderlich: die Entwicklung von SEO zu SEO 2.0, auch bekannt als Search Everywhere Optimization (SEvO). Dieser ganzheitliche Ansatz ist der Schlüssel, um Ihre Marke dort zu positionieren, wo Ihre Kunden wirklich sind, und so nachhaltiges Wachstum zu sichern.

1. Was ist SEO 2.0 / Search Everywhere Optimization (SEvO)?

Search Everywhere Optimization (SEvO), oft als SEO 2.0 bezeichnet, ist ein strategischer Marketingansatz, der die Prinzipien der Suchmaschinenoptimierung über die Grenzen traditioneller Suchmaschinen wie Google oder Bing hinaus erweitert. Anstatt sich nur auf das Ranking von Webseiten zu konzentrieren, zielt SEvO darauf ab, die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Inhalten auf allen Plattformen und Kanälen zu maximieren, auf denen Nutzer suchen.

Dies umfasst unter anderem:

  • Social-Media-Plattformen: Instagram, TikTok, LinkedIn, Pinterest
  • E-Commerce-Marktplätze: Amazon, eBay, Etsy
  • Voice-Search-Assistenten: Amazon Alexa, Google Assistant, Apple Siri
  • Video- und Audio-Plattformen: YouTube, Spotify, Apple Podcasts
  • App Stores: Google Play Store, Apple App Store

Der strategische Zweck von SEvO ist es, eine omnipräsente Markenpräsenz zu schaffen. Es geht darum zu verstehen, dass jede dieser Plattformen eine eigene Suchmaschine mit eigenen Algorithmen und Nutzerverhalten ist. Anstatt zu hoffen, dass Kunden den Weg zur eigenen Website finden, geht SEvO proaktiv dorthin, wo die Suchanfragen stattfinden, und optimiert die Inhalte für den jeweiligen Kontext.

2. Schlüsselstrategien und Techniken für SEvO

SEvO erfordert ein Umdenken und die Anwendung spezifischer Taktiken für jeden Kanal, während eine konsistente Markenbotschaft gewahrt bleibt.

1. Plattformspezifische Keyword- und Intent-Analyse

Die Suchintention auf Amazon unterscheidet sich grundlegend von der auf Pinterest oder YouTube.

  • Amazon SEO: Der Fokus liegt auf transaktionalen Keywords, Produktmerkmalen und Conversion-optimierten Titeln. Kundenbewertungen und Verkaufsgeschwindigkeit sind entscheidende Rankingfaktoren.
  • YouTube SEO: Hier stehen informative und unterhaltsame Suchanfragen im Vordergrund. Wichtige Faktoren sind Videotitel, Beschreibungen, Tags, aber auch die Zuschauerbindung (Watch Time) und Interaktionen (Likes, Kommentare).
  • Pinterest SEO: Die Suche ist visuell und inspirativ. Keywords in Pin-Beschreibungen, auf Pinnwänden und die Qualität der Bilder sind entscheidend, um Nutzer bei der Ideenfindung zu erreichen.

Sprachassistenten beantworten Fragen direkt. Die Optimierung zielt darauf ab, diese eine, vorgelesene Antwort zu werden.

  • Konversationelle Keywords: Optimieren Sie Inhalte auf vollständige Fragen („Wie ist das Wetter heute in Hamburg?“), nicht nur auf einzelne Begriffe.
  • Featured-Snippet-Optimierung (AEO): Da die Antworten oft aus den „Position Null“-Snippets von Google stammen, ist Answer Engine Optimization ein zentraler Bestandteil von SEvO.

3. Content-Syndication und -Fragmentierung

Ein zentraler Inhalt wird strategisch für verschiedene Plattformen aufbereitet und angepasst.

Beispiel: Ein umfassender Blogartikel (SEO) kann als Grundlage dienen für:

  • Ein Erklärvideo auf YouTube (YouTube SEO)
  • Eine Infografik auf Pinterest (Pinterest SEO)
  • Eine Experten-Diskussion in einem Podcast (Podcast SEO)
  • Kurze Tipp-Videos für TikTok oder Instagram Reels (Social SEO)
  • Eine professionelle Zusammenfassung auf LinkedIn (LinkedIn SEO)

4. Einheitliches Marken- und Entitäten-Management

Um über alle Plattformen hinweg als eine kohärente Marke wahrgenommen zu werden, ist Konsistenz entscheidend.

  • NAP-Konsistenz: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer (Name, Address, Phone) auf allen Plattformen und Verzeichnissen identisch sind.
  • Konsistentes Branding: Verwenden Sie überall das gleiche Logo, die gleichen Markenfarben und eine einheitliche Tonalität. Dies hilft Suchalgorithmen und Nutzern, die verschiedenen Touchpoints Ihrer Marke als zusammengehörig zu erkennen.

3. Warum ist SEvO für Ihr Unternehmen unverzichtbar?

In der modernen digitalen Landschaft ist die Konzentration auf eine einzige Suchmaschine ein strategisches Risiko. SEvO ist die Antwort auf die veränderten Realitäten des Marktes.

  • Sie erreichen Kunden in ihrem natürlichen Umfeld: Anstatt Kunden auf Ihre Website zu locken, interagieren Sie mit ihnen auf den Plattformen, die sie täglich nutzen. Dies schafft relevantere und authentischere Kontaktpunkte.
  • Diversifizierung der Traffic-Quellen: Die Abhängigkeit von Google allein ist riskant. Ein einziges Algorithmus-Update kann den Traffic über Nacht einbrechen lassen. SEvO baut multiple, stabile Traffic-Ströme auf und macht Ihr Unternehmen widerstandsfähiger.
  • Erschließung neuer Zielgruppen: Jede Plattform hat eine einzigartige Demografie und Nutzerbasis. Durch eine Präsenz auf YouTube, TikTok oder Amazon können Sie Zielgruppen erreichen, die Sie über die klassische Google-Suche niemals gefunden hätten.
  • Kontrolle über die gesamte Customer Journey: SEvO ermöglicht es Ihnen, den Kunden von der ersten Inspiration auf Pinterest über die detaillierte Recherche auf YouTube bis hin zum Kauf auf Amazon zu begleiten und jeden dieser Schritte zu optimieren.

4. Best Practices: Wie Sie eine SEvO-Strategie implementieren

Die Einführung von SEvO erfordert einen strategischen Überblick und eine Neuausrichtung Ihrer Content-Strategie.

1. Verstehen Sie Ihre Zielgruppe und deren Plattform-Nutzung

Führen Sie eine gründliche Zielgruppenanalyse durch. Wo verbringen Ihre potenziellen Kunden ihre Zeit? Welche Plattformen nutzen sie zur Recherche, zur Unterhaltung und zum Kauf? Konzentrieren Sie Ihre Ressourcen auf die 2-3 relevantesten Kanäle.

2. Erstellen Sie eine "Hub-and-Spoke"-Content-Strategie

Produzieren Sie einen zentralen, hochwertigen Inhalt („Hub-Content“), z. B. einen umfassenden Leitfaden oder eine Studie. Erstellen Sie davon ausgehend kleinere „Spoke“-Inhalte, die für die jeweiligen Kanäle optimiert sind und auf den zentralen Hub zurückverweisen.

3. Etablieren Sie plattformübergreifende Messgrößen

Definieren Sie KPIs, die den Erfolg über alle Kanäle hinweg messen. Dies können neben Traffic und Conversions auch übergreifende Metriken wie die gesamte Markenreichweite (Total Reach), die plattformübergreifende Engagement-Rate oder der Share of Voice in Ihrer Nische sein.

4. Denken Sie in Systemen, nicht in Silos

Brechen Sie die Silos zwischen Ihrem SEO-Team, Social-Media-Team und E-Commerce-Team auf. SEvO erfordert eine integrierte Zusammenarbeit, bei der alle Abteilungen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten und Inhalte strategisch untereinander austauschen.

5. Häufige Herausforderungen und strategische Lösungen

Der ganzheitliche Ansatz von SEvO bringt Komplexität und neue Herausforderungen mit sich.

Überforderung durch die Vielzahl an Kanälen

Problem: Ein kleines oder mittleres Unternehmen fühlt sich überfordert bei dem Gedanken, auf zehn verschiedenen Plattformen gleichzeitig aktiv sein zu müssen.

Lösung: Priorisieren Sie strategisch. Es geht nicht darum, überall zu sein, sondern überall dort, wo es zählt. Beginnen Sie mit den 2-3 Kanälen, die den größten potenziellen ROI für Ihre spezifische Zielgruppe versprechen. Meistern Sie diese, bevor Sie weitere Kanäle hinzufügen.

Schwierigkeit, den ROI nachzuweisen

Problem: Die Customer Journey ist fragmentiert. Ein Kunde sieht vielleicht eine Anzeige auf Instagram, schaut ein Video auf YouTube und kauft dann über eine Google-Suche. Welcher Kanal bekommt die Lorbeeren?

Lösung: Nutzen Sie fortschrittliche Attributionsmodelle. Verabschieden Sie sich vom „Last-Click“-Modell. Implementieren Sie datengetriebene Attributionsmodelle, die jedem Touchpoint in der Customer Journey einen anteiligen Wert zuweisen. Betrachten Sie zudem weiche Faktoren wie den Anstieg der Markensuchen (Branded Searches) als Indikator für eine wachsende plattformübergreifende Bekanntheit.

Inkonsistente Markenbotschaft

Problem: Verschiedene Teams erstellen Inhalte für verschiedene Kanäle, was zu einer inkonsistenten und verwirrenden Markenwahrnehmung führt.

Lösung: Erstellen Sie einen zentralen Marken- und Content-Guide. Definieren Sie klare Richtlinien für Tonalität, visuelles Erscheinungsbild und Kernbotschaften. Etablieren Sie einen zentralen Freigabeprozess oder einen „Brand Guardian“, der die Konsistenz über alle Veröffentlichungen hinweg sicherstellt.

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