KI im Marketing: Was wir automatisieren und was nicht
Amina Sipcanin und André Puschinsky über Zielgruppen, Kanaltests, die neue Suche und die KI-Prozesse im Marketingteam. Mit Kapiteln und Transkript.
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Darum geht’s
KI verändert, wie Marketing funktioniert. Amina Sipcanin spricht mit André Puschinsky, Head of Marketing bei pechschwarz®, über Social Media, SEO und GEO und über die KI-Prozesse, die seinen Arbeitsalltag längst mitbestimmen. André erzählt, wie er vom Germanistikstudium über das Texten zum Marketing gekommen ist und warum jede Strategie mit der Frage beginnt, wo die Zielgruppe wirklich sucht.
Es geht darum, warum Kanäle gegeneinander getestet werden sollten, was High- und Low-Involvement-Produkte unterscheidet und warum immer mehr Menschen fragen statt googeln. Zum Schluss zeigt André, welche KI-Prozesse im Team wirklich Zeit sparen, wo KI noch an Grenzen stößt und warum am Ende immer ein Mensch die Qualität sichern muss. Die Folge dauert gut 32 Minuten.
Im Gespräch: Amina Sipcanin, Head of Corporate Communications, und André Puschinsky, Head of Marketing bei pechschwarz®.
Die wichtigsten Gedanken
Jede Strategie beginnt bei der Zielgruppe.
06:05 · Wünscht sich ein Kunde einen bestimmten Kanal, fragt André zuerst, wie er darauf kommt. Sucht niemand nach dem Angebot, helfen Google Ads oder SEO wenig. Dann geht es eher dorthin, wo die Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist, etwa auf LinkedIn oder Instagram.
Kanäle gegeneinander testen.
07:16 · André testet Kanäle wie in einem A/B-Test gegeneinander und wertet sie über Zahlen aus. Nach etwa drei bis vier Monaten zeigt sich, wo es sich lohnt weiterzumachen. Schnelle Wunder verspricht er bewusst nicht.
High- und Low-Involvement brauchen verschiedene Wege.
10:36 · Eine Mülltonnenbox für 800 bis 900 Euro verkauft sich nicht über ein kurzes Video. Hier braucht es einen mehrstufigen Funnel. Bei einem Dekoprodukt für 20 bis 30 Euro kann ein UGC-Reel dagegen direkt Käufe auslösen. Auch die KPIs unterscheiden sich je Projekt.
Immer mehr Menschen fragen statt googeln.
17:52 · Google spielt je nach Suchintention andere Formate aus, von Shopping-Kacheln bis zu YouTube-Videos. Gleichzeitig wandern Fragen in ChatGPT und in den AI Mode. Die Anfragen werden länger und konkreter, und das eröffnet Chancen für sehr spezifische Antworten.
KI spart Zeit, der Mensch sichert die Qualität.
24:16 · Performance-Dashboards über MCP, wöchentliche Auswertungen der Werbebibliotheken von Wettbewerbern: KI nimmt dem Team viel Fleißarbeit ab. Anzeigenerstellung und Veröffentlichung gibt André aber nicht aus der Hand, und jedes Ergebnis wird von Menschen geprüft.
Das Gespräch in Kapiteln
Die Zeitmarken öffnen die passende Stelle im YouTube-Video.
00:00 · Andrés Rolle, seine Morgenroutine mit KI und sein Weg ins Marketing
04:44 · Strategie: Wo die Zielgruppe wirklich sucht und warum Kanäle getestet werden
08:28 · Zahlen, Algorithmen und High- vs. Low-Involvement
14:19 · Google, ChatGPT und die neue Art zu suchen
21:11 · KI-Prozesse im Marketingteam: Dashboards, Wettbewerbsanalysen und Grenzen
28:22 · Wenn Automatisierung zu viel wird, und das Fazit
Die Folge zum Nachlesen
Redigiertes Transkript auf Grundlage der Aufzeichnung und der automatisch erzeugten YouTube-Untertitel. Füllwörter, Wiederholungen und Satzabbrüche wurden für die Lesbarkeit geglättet. Die Zeitmarken führen zum Gespräch im Originalvideo; die vollständige Audiofassung ist dort maßgeblich.
Einordnung der Redaktion · 5. November 2026
Das Gespräch gibt persönliche Erfahrungen und Einschätzungen wieder. Aussagen zu Suchvolumen, AI Mode und verändertem Suchverhalten sind Beobachtungen aus der Praxis, keine Auswertung einer Studie.
Die im Gespräch beschriebene Produktempfehlung mit Händlerlink in ChatGPT belegt für sich allein keine bezahlte Anzeige. OpenAI unterscheidet organische Shopping-Ergebnisse von Werbung. Quelle: OpenAI zu Shopping-Ergebnissen.
Preise, Laufzeiten und Zeitangaben für Texte sind Beispiele aus dem Gespräch, keine allgemeingültigen Richtwerte. Genannte Tools wie ChatGPT, Claude oder Asana stehen für die im Team genutzten Beispiele.
Rolle, Morgenroutine und der Weg ins Marketing
00:00 · Amina Sipcanin: Hi André.
00:00 · André Puschinsky: Hi Amina, grüß dich.
00:02 · Amina Sipcanin: Schön, dass du heute bei mir im Podcast sitzt. Ich freue mich total.
00:05 · André Puschinsky: Ich freue mich auch.
00:05 · Amina Sipcanin: Das freut mich. Ich freue mich, dich noch ein bisschen besser kennenzulernen, aber natürlich auch allen zu sagen, wer du bist und was du machst. Vielleicht übernimmst du erst einmal diesen Part und erzählst uns, was du bei pechschwarz genau machst – und was man vielleicht denkt, was du machst, aber gar nicht machst.
00:22 · André Puschinsky: Das mache ich sehr gern. Ich bin André, seit mittlerweile acht Jahren bei pechschwarz und leite unser Marketingteam. Ich kümmere mich primär um Kundenbelange in den Bereichen Social Media und SEO/GEO, also KI-Optimierung, was ja immer wichtiger wird. Zuletzt habe ich außerdem viele KI-Prozesse mitentwickelt, an denen wir natürlich weiter dran sind. Was man denkt, was ich mache? Wahrscheinlich alles oder irgendwas.
00:54 · Amina Sipcanin: Das Thema KI hast du schon angesprochen, da will ich gleich auf jeden Fall noch tiefer rein. Aber lass uns erst einmal weiter vorne starten: Wenn du morgens hier ankommst, was machst du zuallererst? E-Mails checken? Kaffee trinken?
01:10 · André Puschinsky: Das Erste, was ich mache, ist tatsächlich, meinen Laptop hochzufahren. Meistens gebe ich dann schnell einen Prompt in ChatGPT ein, damit das System schon warmläuft und die ersten Schritte erledigt werden. Dann gehe ich zur Kaffeemaschine. Häufig ist das so etwas wie: Gib mir eine Zusammenfassung für Kollegen XY aus unserer Abteilung. Welche Aufgaben hat er heute? Was müssen wir besser im Auge behalten, welche Kundenmails sind noch offen? Ich verschaffe mir also erst einen kleinen Überblick und schmeiße dann den Kaffee an. Und dann wissen eigentlich alle Kollegen schon, was passiert: Ich vergesse meinen Kaffee, weil ich wieder am Platz sitze und weitermache. Dann kommen die ersten Kollegen mit der ersten Tasse vorbei, und das Spielchen wiederholt sich meistens zwei-, dreimal, bis ich voll im Gang bin und der Tag Fahrt aufgenommen hat.
02:00 · Amina Sipcanin: Okay, verstehe. Du arbeitest also so integriert mit der KI, dass sie dir morgens schon den Tag vorstrukturiert, damit du effizienter und schneller arbeiten kannst.
02:08 · André Puschinsky: Genau so ist es. Morgens um sechs läuft bei mir ein Abgleich durch, also eine Stunde bevor ich normalerweise anfange. Manchmal fange ich auch erst um neun an, aber der Abgleich läuft jeden Morgen um sechs. Ich bekomme dann ein kleines Morgenreporting, schaue es mir an und gebe auf dieser Basis die ersten Sachen weiter, die dann an den Start gehen.
02:29 · Amina Sipcanin: Und wie bist du überhaupt zum Thema Marketing gekommen? Marketing ist ja nicht gleich Marketing. Ich weiß nicht, ob du es noch weißt, aber ich komme ursprünglich auch aus dem Marketing, und das ist so vielfältig. Was ist da genau dein Thema?
02:41 · André Puschinsky: Gute Frage. Ursprünglich habe ich als Werkstudent bei pechschwarz angefangen. Ich habe Germanistik auf Lehramt studiert, und da war noch nicht so richtig klar, was ich danach damit machen will. Kindern irgendwann etwas beibringen vielleicht, aber so ganz überzeugt war ich nicht. Durch meinen Bruder bin ich zu pechschwarz gekommen und habe als Werkstudent gestartet. Der Fokus lag erst einmal auf Texterstellung, also ganz klassischem, simplem Oldschool-Copywriting.
03:18 · André Puschinsky: Von da bin ich aus Notwendigkeit, und weil es sich aus Kundenfällen so entwickelt hat, immer weiter in den SEO-Bereich gegangen. Dort habe ich vier Jahre federführend gearbeitet, also alle Textprojekte begleitet und strategisch aufgestellt, inhouse natürlich genauso. Mit der Zeit hat sich das immer weiter gefügt: Irgendwann kam Social Media dazu, und irgendwann kam der Punkt, an dem ich meinem Studium Adieu gesagt und bei pechschwarz eine Ausbildung begonnen habe. Das ist jetzt auch schon fünf, sechs Jahre her. Während der Ausbildung war ich weiter im SEO tätig, habe aber auch erste Social-Media-Projekte übernommen und betreut. Wenn ich so darüber nachdenke, hat sich das im Laufe der Zeit stark ausgeweitet, bis es wirklich vollumfänglich Marketing geworden ist.
04:13 · Amina Sipcanin: Ich finde die Geschichte total schön. Acht Jahre bist du schon hier, fast neun, meintest du. Das ist quasi fast von Anfang an, seit es pechschwarz gibt. Du hast die Marke und das Unternehmen von vornherein mit aufgebaut und vorangetrieben. Ich finde es immer interessant, mit Menschen zu sprechen, die schon so viele Stationen hinter sich haben. Was macht dir heute besonders viel Spaß? Wenn du an ein aktuelles Kundenprojekt denkst: Wo bist du am meisten involviert, und was magst du gern?
Strategie: Wo die Zielgruppe wirklich sucht
04:44 · André Puschinsky: Dadurch, dass das Team gewachsen ist, bin ich mittlerweile sehr viel im strategischen Bereich unterwegs und im Projektmanagement der Marketingprojekte. Gerade zu Beginn ist es immer spannend zu schauen: Welche Painpoints hat der Kunde gerade, wo kann man ansetzen, welche Strategie würden wir empfehlen? Dazu kommt, dass ich das Ganze schon eine Weile mache. Ich sehe also auch, welche Strategien man früher empfohlen hätte, die sich heute aus guten Gründen nicht mehr als die besten erweisen. Und ich kann auf Painpoints zurückgreifen, die man schon erlebt hat, und das deutlich besser reflektieren.
05:26 · Amina Sipcanin: Wenn jetzt ein Kunde zu dir kommt und sagt: „Hey, ich bräuchte mal eine Social-Media-Strategie, ich will TikTok“ oder was auch immer – wie gehst du da vor?
05:36 · André Puschinsky: Grundsätzlich hat der Kunde ja einen Wunsch und meistens auch schon einen Plan im Hintergrund. Der erste Ansatz ist also zu fragen, wie er darauf kommt. Oft wurde es von Freunden oder Bekannten empfohlen, oder man hat irgendwo etwas gehört oder gesehen. Wenn ein Kunde schon einen sehr konkreten Bedarf hat, prüfen wir natürlich, ob dieser Bedarf Sinn ergibt. Wir schauen aber auch ein Stück weit über den Tellerrand hinaus. Das ist eine Entwicklung, die sich bei uns immer stärker gezeigt hat: dass wir Kunden auch andere Möglichkeiten aufzeigen können. Ein Beispiel: Jemand will Google Ads – auch wenn das nicht mein Kerngebiet ist – oder SEO, und ich sehe direkt am Anfang, dass danach kein Mensch sucht. Dann muss man eher sagen: Wir müssen auf Social Media, also LinkedIn oder Instagram, wo die Zielgruppe jeweils sitzt. Das muss man zumindest immer mit hinterfragen.
06:32 · Amina Sipcanin: Zu so einer Strategie gehört also jeder Kanal, nicht nur Social Media, sondern wie du gerade gesagt hast auch Google Ads, SEO, SEA. GEO ist ja ebenfalls ein großes Thema, das neu dazugekommen ist. Als KI-Experte kannst du mir bestimmt einen tieferen Einblick geben: Worauf achten wir heute, wenn du so eine Strategie aufsetzt?
06:53 · André Puschinsky: Im Endeffekt hat jeder Part seine Berechtigung. Wir haben sehr häufig erlebt, dass wir mit mehreren Kanälen ins Rennen gehen, etwa mit einer SEO- und GEO-Strategie, die mit Anzeigen über Google Ads einhergeht. Oft hat sich dann gezeigt, dass es mehr Sinn ergibt, den Adspend in Instagram, LinkedIn oder auch TikTok zu stecken. Deshalb bin ich ein Freund davon, Kanäle gegeneinander zu testen – ein klassischer A/B-Test, wenn man so will. Das ergibt in sehr vielen Bereichen Sinn. Für Kunden wirkt das manchmal gar nicht wie ein richtiges Testergebnis, aber wir können es zahlengetrieben sehr gut auswerten. Nach gut drei, vier Monaten hat man dann ein Ergebnis, bei dem man sagen kann: Da machen wir weiter, da setzen wir an. Bei Retainern planen wir deshalb aktuell immer eine Mindestlaufzeit von drei Monaten ein, gerade bei Google Ads oder SEO, denn das dauert alles ein bisschen. Mir ist besonders wichtig, nicht die Erwartung zu wecken, dass ein Kunde bei uns anfängt und übermorgen alles wieder besser ist. Oft kommen Kunden ja aus Painpoints heraus, weil etwas in der Vergangenheit nicht gut funktioniert hat. Das ist ein langer Weg. Aber viele Kunden, die längerfristig mit uns zusammenarbeiten, wissen genau das: dass sich die Resultate aus einer anfänglichen Skepsis heraus immer weiter verbessert haben.
Zahlen, Algorithmen und High- vs. Low-Involvement
08:28 · Amina Sipcanin: Das ist ein wichtiges Stichwort, denn Resultate muss man tracken. Das ist bei Social Media zum Beispiel so ein Ding. Man denkt vielleicht: Ich poste jetzt schön ein, zwei, drei Videos oder Assets, und dann passt das schon. Du hast aber gerade am Anfang gesagt, das Wichtigste sind die Zahlen dahinter. Was passiert ganz genau? Warum machen wir diesen A/B-Test, was testen wir überhaupt gegeneinander? Testen wir dasselbe auf verschiedenen Kanälen? Testen wir verschiedene Videos mit derselben Hook oder andersherum? Wir müssen ja erst herausfinden, was bei der Zielgruppe überhaupt klappt. Denn den Algorithmus – das kannst du mir bestimmt noch genauer sagen – kann man nicht einfach lenken. Wir müssen herausfinden, was da draußen passiert und wie wir es schaffen, dass die Zielgruppe des Kunden wirklich erreicht wird.
09:26 · André Puschinsky: Exakt so ist es. Wir müssen uns faktisch nach dem Algorithmus richten, auch wenn Google Updates fährt. Gerade früher war das im SEO-Bereich ein ziemliches Ding, und nebenbei ist es das immer noch. Da gab es viele Updates, etwa das Helpful Content Update, nach denen man viele vorher gut platzierte Seiten hat abrutschen sehen. So etwas muss man immer mitdenken. Im Endeffekt richtet sich der Algorithmus aber auch nur nach den Menschen. Die Kernfrage ist also: Welchen Painpoint hat der Nutzer, für den das Produkt relevant ist? Wonach sucht er, und vor allem wie? Worauf achtet er, wie muss ich ihn ansprechen? Auch bei Onlineshops ist Shop nicht gleich Shop. Da gibt es die klassische Unterscheidung zwischen High- und Low-Involvement-Produkten. Gerade bei High-Involvement-Produkten ist das Ziel gar nicht, dass jemand eine Ad sieht und kauft. Dort fährt man einen deutlich mehrstufigeren Funnel.
10:30 · Amina Sipcanin: Erklär bitte kurz: High Involvement, Low Involvement.
10:36 · André Puschinsky: High Involvement heißt im Endeffekt, dass das Produkt eher hochpreisig ist. Ich kann direkt einen Kundencase nehmen: Wir haben einen Kunden, für den wir Mülltonnenboxen vertreiben. Da zahlt man pro Box um die 800, 900 Euro und mehr. Da reicht es natürlich nicht, wenn jemand kurz in die Kamera lächelt und morgen schon die ersten 30 Verkäufe drin sind. Das ist die Unterscheidung. Low Involvement ist eher ein klassisches Dekoprodukt, sagen wir für 20, 30 Euro oder darunter. Ehrlicherweise lässt sich das nicht an einem festen Wert festmachen, nach dem Motto „ab 400 Euro ist es so und so“, da scheiden sich auch die Geister. Aber dort hat man wirklich die Möglichkeit, mit einem UGC-Reel, in dem jemand nett in die Kamera lächelt und sagt „Hi, kauft euch das“, Direktkäufe anzutreiben. Das finde ich spannend, gerade diese Unterscheidungen: Ist es B2B oder B2C, gilt der High- oder Low-Involvement-Ansatz für das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung? Generell haben wir bei jedem Projekt meiner Meinung nach einen komplett anderen Anspruch und ein komplett anderes Endziel. Im Hintergrund läuft natürlich ein Prozess, der für alle Projekte möglichst gleich bleibt. Den vereinheitliche ich gerade weiter, um den Qualitätsanspruch immer weiter nach oben zu bringen und alles prüfen zu können.
12:01 · André Puschinsky: Das muss natürlich immer nachvollziehbar bleiben. Wenn man überlegt, welche Tracking-Tools ich zum Bewerten nutze: Die sind grundsätzlich immer dieselben, aber die KPIs ändern sich je Projekt. Bei dem einen können 30 Sekunden Interaktionsdauer top sein, weil er in 30 Sekunden gekauft hat. Beim anderen sind 30 Sekunden wirklich nicht gut, und dann ist die Kampagne deshalb auch nicht gut. Das muss man immer in der Waage halten und im Hinterkopf behalten, und genau das macht es sehr spannend.
12:35 · Amina Sipcanin: Genau das wollte ich auch gerade sagen. Das macht es total abwechslungsreich. Du lernst jeden Kunden und seine Prozesse neu kennen, und Produkte mit High oder Low Involvement betreut man ganz anders und geht ganz anders heran. Ich kann mir gut vorstellen, dass manche Kunden sehr offen für alle unsere Ideen sind. Aber gibt es auch Kunden, die etwas ängstlich sind? Die eine Vorstellung haben, und du sagst: Diese Vorstellung können wir erreichen, wenn wir zum Beispiel UGC Ads machen oder Google Ads schalten – und dann heißt es: „Nee, doch nicht“?
13:09 · André Puschinsky: Ja, tatsächlich. Genau den Fall, den du beschreibst, gibt es gar nicht so selten. Meistens finden wir am Ende aber einen gemeinsamen Nenner. Es gibt auch beide Richtungen: Wir sagen, das und das ergibt Sinn, und die Person sagt: „Nee, meine Zielgruppe will das gar nicht.“ Dann macht man es so, wie die Person sagt, weil es anders für den Aufschlag gar nicht transportierbar wäre. Dann klappt auch das, und man iteriert vielleicht noch einmal. Es ist ja nicht festgeschrieben, dass wir, nur weil wir Marketing machen, immer die perfekte Lösung haben. Interessanter wird es meiner Meinung nach, wenn wir mit dem Kunden gemeinsam in die Strategie gehen, also Inputs von Kundenseite kommen, die wir im Marketing mit abbilden. Diese gesunde Mischung ist, glaube ich, das Schlüsselwort, das bei einem Projekt in der Regel zum Erfolg führt.
14:13 · Amina Sipcanin: Das hast du super schön gesagt. Extra hierfür gelernt, oder?
Google, ChatGPT und die neue Art zu suchen
14:19 · Amina Sipcanin: Wenn wir über das Thema sprechen, findet man immer wieder etwas Neues heraus. Es ist ja nicht nur von Kunde zu Kunde unterschiedlich, du hast auch erzählt, dass sich über die Jahre viel verändert hat. Irgendwann kam Social Media dazu, irgendwann SEO, SEA und GEO. Ist es jetzt so, dass Google auch Social Ads pusht? Oder dass zum Beispiel YouTube Shorts stärker gezeigt werden, wenn jemand etwas googelt, also mehr als nur die normalen Google Ads?
14:58 · André Puschinsky: Jein. Es ist eher so, dass sich das Google-Netzwerk an sich gewandelt hat. Wir haben jetzt zum Beispiel die AI Overviews, die direkt erscheinen. Das läuft in verschiedenen Etappen ab. Es ist faktisch nicht so, dass beim Googeln auf einmal eine Facebook Ad kommt. YouTube Shorts als Google-Produkt werden aber schon immer häufiger gezeigt. Die Gemeinsamkeit ist meiner Meinung nach, dass Google je nach Suchintention verschiedene Ausspielungsmöglichkeiten zulässt. Ein Beispiel: Wir hatten früher einen Kunden aus dem Leuchtenbereich, den wir SEO-technisch aufgestellt haben. Früher rankte man mit Kategorieseiten, etwa für „Pendelleuchte“, ganz oben. Heute kommen bei der Suche nach „Pendelleuchte“ keine Kollektionen mehr, sondern direkt Google Shopping ganz oben – also keine klassischen Google Ads in der Form. Und wenn ich aus dem Anzeigenbereich herunterscrolle, kommen danach auch keine organischen Kollektionen, sondern organisches Google Shopping. Das siehst du wahrscheinlich privat auch: Es sind fast nur noch kleine Produktkacheln. Produkte werden also direkt innerhalb von Google erforscht und angeschaut. Bei anderen Suchen kommt oben ein YouTube-Video, weil Google sagt: Die wollen jetzt keinen Blogbeitrag, die wollen auf YouTube etwas sehen, oder sogar Google Bilder. Je nach Suchintention erscheinen also nicht mehr nur andere Ergebnisse, sondern komplett andere Formate. Ich glaube, das steckt hinter all diesen Entwicklungen. Generell geht der Trend dahin, dass immer mehr direkt in Google selbst erforschbar wird. Ich bin gespannt. ChatGPT hat jetzt auch schon mit solchen Shopping-Formaten angefangen.
16:41 · Amina Sipcanin: Das wollte ich auch gerade sagen, das ist mir nämlich passiert.
16:41 · André Puschinsky: Du hast Produkte gesehen, oder?
16:47 · Amina Sipcanin: Ja, wirklich. Shopping-Ads sind ja seit letztem Monat gestartet. Und dann habe ich gegoogelt – nein, gechattet, das ist das neue Googeln: Welche Uhr würde an diese Wand passen? Ich hatte zu Hause eine Wand abfotografiert, und dann kam wirklich: Eine runde Uhr würde da super hinpassen, hier, otto.de, guck sie dir an – direkt mit Produkt. Das war so verrückt. Die Uhr habe ich dann auch bestellt, weil sie wirklich so gut gepasst hat. Ich fand das total verrückt, auch wie man dabei beeinflusst wird. Ich sehe ja direkt die Uhr, die quasi digital an meiner Wand hängt, und denke: Die ist wirklich schön. Und dann auch noch reduziert? Die nehme ich doch mit. Und dann habe ich sie gekauft. Das ist schon krass. Wie gehen wir denn damit um, dass jetzt gechattet wird und nicht mehr gegoogelt?
17:52 · André Puschinsky: Generell zeigt sich dieser Trend. Google selbst streitet das noch ein bisschen ab. Die Annahme ist ja, dass weniger Leute googeln und andere Plattformen nutzen. Das wird auch definitiv so sein. Ich merke das an mir selbst und sogar bei vielen im Bekannten- und Verwandtenkreis, die nicht so branchenaffin sind: Sie werfen ihre Fragestellungen oder Suchbegriffe einfach in ChatGPT, vielleicht auch für Produktvergleiche. Google sagt das offiziell noch nicht so deutlich, denn die Konsequenz wäre ja, dass das Suchvolumen sinkt. Das fangen sie, glaube ich, gerade ein Stück weit über den AI Mode auf. Tendenziell muss man aber davon ausgehen, dass die Plattform ein Stück weit wechselt. Wobei Google sich natürlich fest verankert hat. Die ältere Generation, auch meine Eltern, googeln natürlich weiterhin. Ich google auch mal.
18:44 · Amina Sipcanin: Ich habe bis vor einem halben Jahr auch noch gegoogelt, aber mittlerweile wirklich gar nicht mehr. Ich bin nur noch bei KIs, weil ich es viel fundierter finde.
18:52 · André Puschinsky: Mir ist gerade im SEO-Bereich früher aufgefallen, dass alle gegenseitig SEO-Optimierung betreiben. Wenn ich zum Beispiel „Mein Arm tut weh“ eingebe, also eine medizinische Selbstdiagnose, hat man super oft den Fall, dass die ersten sechs Beiträge inhaltlich identisch sind. Sie sind erstens sehr schockierend, aber gleichzeitig alle komplett gleich. Die Inhalte wurden gegenseitig kopiert und neu strukturiert, einer ist eigentlich genauso schlecht wie der andere. Man bekommt genau das, was man nicht will: dass man denkt, man stirbt bald. Deshalb bin ich mittlerweile dazu übergegangen, lieber per KI zu recherchieren.
19:29 · Amina Sipcanin: Wenn ich etwas suche, mache ich das auch fast nur noch per Spracheingabe. Ich gebe also nicht nur ein „Was kostet eine Uhr?“, sondern „Was kostet eine silberne Uhr …“ und so weiter, also richtig detailliert.
19:42 · André Puschinsky: Genau. Das ist das klassische Longtail-Keyword aus dem SEO-Bereich, also eine sehr konkrete Suchanfrage. Früher hat man das per FAQ-Optimierung oder Blogbeitrag abgedeckt. Das gilt auch immer noch. Aber wir erkennen gerade am Suchvolumen die Tendenz, dass so etwas auch im Google AI Mode immer häufiger gesucht wird, weil die Leute anfangen, sehr komplexe Fragestellungen in Suchmaschinen zu werfen. Das ist ein Vorteil für uns, weil wir diese komplexen Fragen sehr spezifisch beantworten und so konkret passende Leute zu uns bringen können.
20:18 · Amina Sipcanin: Aber hast du keine Angst, dass die KI die ganze Zeit halluziniert, wenn du nur noch mit ihr recherchierst?
20:26 · André Puschinsky: Das tritt natürlich auf, und man muss nachfragen. Wer kennt es nicht: Man bekommt die Antwort „Das geht nicht“, sagt dann „Das geht doch“, und es heißt: „Oh, sorry, da habe ich mich vertan. Du hast recht, meine Annahme war falsch.“ Das braucht man also auch dort. Aber das Gleiche kann mir bei Google passieren, siehe das Beispiel von eben mit der Selbstdiagnose. Das ist ja auch eine Art Halluzination. Ehrlicherweise habe ich nicht das Gefühl, dass KI-Content schlechter oder falscher ist als Google-Content. Man ist also immer noch auf dem Rechercheniveau von früher, und mit ein bisschen Eigeninitiative und Vergleichen bekommt man es gut in die richtige Bahn gelenkt.
KI-Prozesse im Marketingteam
21:11 · Amina Sipcanin: Was machst du sonst noch mit KI? Du startest morgens schon mit „Fass mir das zusammen“, und jetzt höre ich, dass du nicht einmal mehr googelst, sondern auch für Recherchen KI nutzt. Was machst du mit KI, und was macht das ganze Marketingteam damit? Welche Prozesse sind hier gerade „KI-isiert“?
21:33 · André Puschinsky: Ach, beruflich. Ich wollte schon sagen, ich suche damit auch Rezepte raus, aber das gehört dann wohl in einen anderen Podcast. Im Endeffekt haben wir mittlerweile sehr viel Fleißarbeit von früher automatisiert. Manchmal ist es fast ein bisschen traurig, wenn ich zurückdenke. Es fängt schon bei der Texterstellung an. Früher habe ich für 400 Wörter etwa zwei Stunden gebraucht, das war auch unsere Kalkulationsbasis. Wenn ein Kunde ein Projekt mit 2.000 Wörtern wollte, wussten wir: 400 Wörter kosten zwei Stunden, und konnten das hochrechnen. Heute bekommt man das wahrscheinlich in einer halben Stunde hin, und deutlich besser als die 400 Wörter, die ich damals geschrieben habe. Wichtig ist aber weiterhin, das immer gegenzuchecken und dass die Basis dahinter nicht nur KI ist. Das Thema Halluzination ist da ein wichtiges Stichwort. Ein Beispiel: Wir haben ein SEO-Projekt, und ich lasse mir das Keyword-Konzept komplett per KI erstellen und die Texte komplett per KI schreiben. Dann prüfe ich sie zwar händisch, liege aber vielleicht komplett falsch, weil ich den Grundsatz nie logisch validiert habe. Was wir deshalb machen: Wir lassen uns per KI etwa die 50 wichtigsten Fragen nennen, die sich Leute zum Beispiel über Webdesign stellen, und ordnen diese Fragen selbst ein. Früher gab es dafür Tools wie W-Fragen-Tools, die viele im SEO-Bereich kennen. Die haben die Arbeit auch erleichtert, aber jetzt ist es recht cool: Man kann sich viele verschiedene Perspektiven zusammentragen lassen, sie eigenständig prüfen und validieren und daraus recht schnell zum Ergebnis kommen. Das Ganze muss aber trotzdem noch einmal durch menschliche Hände, damit wir wirklich zufrieden sind und es dem Kunden als fertiges Ergebnis abliefern können.
23:29 · Amina Sipcanin: Da muss natürlich der Mensch dahinter sitzen. Wenn du alles von der KI machen lassen würdest, dann würden wir …
23:36 · André Puschinsky: Tschüss, schönen Urlaub.
23:36 · Amina Sipcanin: … noch einen Podcast aufnehmen.
23:36 · André Puschinsky: Einen zweiten, meinst du? Der hier ist natürlich ganz, ganz strikt. Aber ja, du hast recht.
23:45 · Amina Sipcanin: Eben hast du ja auch gesagt, dass die ersten fünf Google-Einträge alle gleich klingen. Das will man ja nicht, und es bringt einen auch nicht voran. Also lieber die KI nutzen, um Zeit zu sparen. Was ist der krasseste, coolste KI-Prozess, den du integriert hast? Und als zweite Frage, gern beantwortest du beides: Was würdest du niemals von einer KI machen lassen?
24:16 · André Puschinsky: Ich glaube, der coolste Prozess, den wir aktuell integriert haben, sind unsere Dashboards. Allen Kunden, die ein Dashboard wollen oder einen Marketing-Retainer bei uns gebucht haben, stellen wir ein Performance-Dashboard zur Verfügung. Darin haben wir Google Analytics, Google Ads, Google Shopping, Meta Ads, Meta organisch, also Facebook und Instagram, LinkedIn Ads, die organischen Bereiche und verschiedene Keyword-Analyse-Tools. Das alles haben wir per MCP zusammengeführt. MCPs sind, ganz technisch gesagt, Konnektoren, mit denen ich zum Beispiel in ChatGPT auf all diese Tools zugreifen kann. ChatGPT holt sich einmal am Tag die Daten und aktualisiert sie. Über eine eigens entwickelte, KI-gestützte Lösung spielen wir das auf eine Website. Jeder Kunde hat einen passwortgeschützten Login-Bereich und kann sich dort über seine Werte informieren. Der Vorteil für uns: Ich kann mich jeden Morgen durch diese Dashboards klicken und muss nicht in jedes einzelne Portal. Früher war morgens oft Herzinfarkt: Gibt es irgendwo einen Kreditkartenfehler? Ist etwas passiert? Kann man sich einloggen? Komme ich überhaupt rein? Vielleicht bekommt der Kollege gerade den Code nicht und schreibt mir, ob ich den Login-Code habe. Jetzt habe ich alles an einer zentralen Stelle. Die KI geht für mich in die Tools, holt die Daten und schickt uns auch Alarme, etwa: Kreditkarte abgelaufen, Zahlung abgelehnt, Ads pausiert, schnell handeln. Das ist, glaube ich, das Coolste. Es ermöglicht uns, in unseren Kundenprojekten viel stärker in den qualitativen Anspruch zu gehen, also mehr Zeit für Strategie, Planung und Umsetzung zu nutzen, statt jeden Morgen in jeden Account zu schauen, nur um zu wissen, dass alles läuft.
26:15 · Amina Sipcanin: Das spart so viel Zeit, und du hast immer alles auf einen Blick.
26:22 · André Puschinsky: Genau, das ist das Coolste. Was ich die KI nie machen lassen würde? Das ist mittlerweile schwierig, weil man immer mehr ausprobieren möchte. Schwierig finde ich gerade noch Anzeigenerstellung oder das Einplanen und Veröffentlichen von Beiträgen. Das hatte ich für uns selbst mal ausprobiert, und man sieht doch immer noch Dinge, bei denen man selbst nachjustieren muss. Wenn ich das komplett abgeben würde, müsste ich so viel Korrekturzeit hineinstecken …
26:52 · Amina Sipcanin: … dass du es auch gleich selbst machen könntest.
26:52 · André Puschinsky: Genau. Aber für den strategischen Vorlauf ist KI stark: Grundlagen erarbeiten, Inputs heraussuchen, vielleicht von 20 Wettbewerbern die Hooks zusammentragen, um zu sehen, wie sie strategisch vorgehen. Ich habe zum Beispiel einen neuen Workflow gebaut, der jede Woche von allen Wettbewerbern, die wir für einen Kunden angelegt haben, die Ads aus den Werbebibliotheken zieht: Meta Ads Library, LinkedIn Ads Library und das Google Ads Transparency Center. Alles wird zusammengetragen und in einem Audit abgelegt, ich bekomme eine Aufgabe und kann mir die Sachen direkt ansehen und abgleichen: Was haben die Neues? Warum funktioniert das bei ihnen? Wie lange laufen ihre Ads, was läuft bei uns? Was können wir noch optimieren? Im Abgleich mit dem Dashboard hat man so einen sehr guten Status quo, ohne sich ständig mit den Wettbewerberthemen beschäftigen zu müssen. Natürlich schauen wir da auch händisch rein. Das ergibt Sinn, denn in solchen Zusammenfassungen landet oft auch eine Ad, die man selbst niemals als Benchmark bezeichnen würde, weil sie ästhetisch nicht überzeugt oder schlicht nicht effizient ist. Die lief vielleicht drei Tage, und man sieht schon: lieber nicht. Prinzipiell ist so etwas aber cool, um dauerhaft Inputs zu bekommen. Wobei man auch aufpassen muss: Je nach Arbeitstag hat man 50 Chats offen, weiß nicht mehr, wo man was geschrieben hat, und hat so viele Informationen, dass auch Datenmüll entsteht.
Wenn Automatisierung zu viel wird – und das Fazit
28:22 · André Puschinsky: Damit haben wir jetzt natürlich schon wieder neue Probleme, die wir bekämpfen müssen: Alles ist zugemüllt mit KI-Texten. Nicht absichtlich, aber gerade in der Testphase haben wir viel ausprobiert, etwa ob ich Kollegen automatisch Aufgaben anlegen kann: Es kommt ein Input, und einmal am Tag wird eine Aufgabe angelegt. Ich glaube, das Team hat mich fast erschlagen, als das losging.
28:44 · Amina Sipcanin: Ich habe auch einmal einen Fehler gemacht, ganz am Anfang in meiner ersten Woche. Ich habe gesagt: „Hey Claude, stell doch bitte allen meinen Teamkollegen eine Asana-Aufgabe zum Thema Video ein.“ Claude hat das gemacht, aber für eine Aufgabe drei Unteraufgaben erstellt und dann irgendwie 30 Aufgaben. An meinem ersten Urlaubstag bekomme ich morgens um 8 Uhr von Marc ein abgefilmtes Video: „Warum habe ich hier 100 Aufgaben?“ Ich hatte es gar nicht gecheckt, ich hatte ja gesagt: Stell eine Aufgabe ein. Aber als Verantwortlichen hat er immer wieder dieselbe Person eingetragen. Dann musste ich vier Stunden lang alles wieder auf den vorherigen Stand zurücksetzen.
29:33 · André Puschinsky: Das hättest du per KI schneller zurücksetzen können.
29:37 · Amina Sipcanin: Da habe ich ihr nicht mehr vertraut.
29:37 · André Puschinsky: Mir ist das im letzten Urlaub auch passiert. Ich war weg, dann kamen schon die Anrufe der Kollegen: Was soll ich da eigentlich machen? Ich habe reingeschaut und gesehen, dass gefühlt zwei Leute an derselben Sache arbeiten. Das war direkt der Key-Moment, in dem ich gesagt habe: Schön und gut, wir können schon viel automatisieren und sind KI-technisch echt weit, aber das muss einfach eigenständig gemacht werden. Es ist auch nicht zielführend, wenn jemand eine Aufgabe bekommt, die er 30 Minuten lesen muss, und die Aufgabe dann drei Minuten dauert. Das ist schon ein paarmal passiert. KI bringt viel Effizienz, manchmal nimmt sie aber auch noch viel Effizienz, sodass man gefühlt bei plus minus null steht.
30:18 · Amina Sipcanin: Nicht ganz, nicht ganz.
30:18 · André Puschinsky: Das Coole ist ja, dass man es auch schnell wieder wegbekommt und weiter iterieren kann. Aber es fallen einem immer neue Sachen ein, und ich bin mittlerweile deutlich vorsichtiger, nicht jede Idee direkt auszuprobieren. Prinzipiell ist das aber schon cool. Und jetzt fällt mir noch eine Frage an dich ein, wir wechseln mal kurz: Bei Claude hattest du doch am Anfang so etwas wie die Top News erstellt. Läuft das noch?
30:50 · Amina Sipcanin: Läuft, und zwar wirklich sehr cool. Ich schaue es mir immer wieder an. Eine Sache habe ich geändert: Ich habe die Top News immer in die Dropbox laden lassen und irgendwann gemerkt, dass da Daily News seit meinem Start liegen, 35 oder keine Ahnung wie viele. Jetzt ist es so eingestellt, dass immer nur die aktuellsten zehn Tage hochgeladen und die anderen gelöscht werden. Das ist wirklich sehr cool.
31:15 · André Puschinsky: Das zu begrenzen hat auf jeden Fall einen guten Effekt, würde ich sagen.
31:15 · Amina Sipcanin: Das war eigentlich perfekt zusammengefasst von dir, gerade der richtige Schlusssatz. Wir nehmen also mit: Die Balance ist das, was zählt. Marketing kann total von KI profitieren – nicht nur Marketing, ich glaube, die anderen Abteilungen auch. Wir können viel schneller und effizienter sein. Und wie du richtig gesagt hast: Die Menschlichkeit steckt in den qualitativen Prozessen. Wir sind die, die den Qualitätsanspruch hochhalten.
31:50 · André Puschinsky: Ja, definitiv. Das hast du jetzt auch noch mal sehr gut zusammengefasst.
31:50 · Amina Sipcanin: Wir sind doch so ein gutes Team, Andi. Der nächste Podcast kommt.
31:50 · André Puschinsky: Richtig.
31:50 · Amina Sipcanin: Vielen Dank für deine Zeit. Ich habe mich sehr gefreut. Bis zum nächsten Mal.
31:58 · André Puschinsky: Bis zum nächsten Mal. Ciao.
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