

Monolithen bremsen Wachstum: Warum ihr Architektur neu denken müsst
Wer heute noch glaubt, dass eine einzige Suite-Lösung alle digitalen Probleme löst, hat den Anschluss bereits verloren. Skalierbare Brands bauen keine starren Monolithen mehr, die bei jedem Update wackeln. Sie setzen auf modulare Infrastrukturen, die Geschwindigkeit und Flexibilität garantieren. Wir reden hier nicht von einem bloßen Software-Wechsel, sondern von einem Paradigmenwechsel in der Art, wie Unternehmen Technologie nutzen.
Genau hier setzt die MACH-Architektur an (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless). Sie ist der Standard für moderne digitale Ökosysteme und befreit euch von technischem Ballast. Bevor ihr euch also für ein CMS entscheidet, versteht erst das Fundament, auf dem ihr bauen wollt.

Lest hier, warum die MACH-Architektur über euren Erfolg entscheidet.
Wenn ihr dieses Mindset verinnerlicht habt, bleiben im CMS-Markt oft zwei Schwergewichte übrig, die diesen Ansatz exzellent verfolgen: Storyblok und Contentful. Doch welches System passt zu eurer Strategie?
Headless Benefits: Omnichannel ist keine Option, sondern Pflicht
Lassen wir das technische "Backend vs. Frontend"-Gerede kurz beiseite. Was zählt, ist der Business Value. Ein Headless CMS ist eure zentrale Content-Infrastruktur. Es geht darum, Inhalte einmal zu erstellen und sie überall dort auszuspielen, wo eure Kunden sind – ohne dass ihr dafür jedes Mal ein IT-Ticket eröffnen müsst.
Das bedeutet in der Praxis:
- Echte Multi-Device Experience: Eure Produktdaten fließen nahtlos in die native Mobile App, den Webshop und auf die Smart Screens im Flagship Store.
- Schnellere Time-to-Market: Das Marketing launcht eine Landingpage für die neue Kampagne, während das Dev-Team im Hintergrund bereits am Re-Design der App arbeitet. Nichts blockiert sich gegenseitig.
- Personalisierung ohne Grenzen: Ihr füttert CRM-gesteuerte Newsletter oder Kundenportale mit dynamischen Content-Schnipseln aus einer einzigen Quelle.

Contentful: Die strikte Daten-Infrastruktur
Contentful war einer der Pioniere, die den Markt definiert haben. Der Ansatz ist radikal „content-first“. Vergesst das Denken in „Webseiten“. Contentful zwingt euch dazu, in strukturierten Datenmodellen zu denken.
Das System glänzt, wenn ihr Content als reine Rohdaten betrachtet, die atomar verwaltet werden müssen. Ein Produktbeschreibungstext ist hier kein Teil einer Seite, sondern ein Datensatz, der mit einem Bild und technischen Spezifikationen verknüpft ist. Ändert ihr diesen Datensatz, aktualisiert er sich in Echtzeit in eurer App, auf der Website und im Voice Assistant. Das schafft eine brutale Konsistenz und eine echte Single Source of Truth.
Contentful ist extrem stark in der Integration. Über das App Framework und Webhooks lässt es sich tief in komplexe Enterprise-Stacks integrieren. Es ist jedoch ein Werkzeug, das Disziplin erfordert. Euer Entwickler-Team baut hier keine Website zusammen, sondern eine Content-API. Das bedeutet maximale Freiheit für Developer, aber oft eine steile Lernkurve für Redaktionsteams, die visuelles Feedback vermissen.
Storyblok: Die Brücke zwischen Tech und Marketing
Storyblok hat erkannt, wo bei reinen Headless-Systemen der Schmerz sitzt: beim Marketing-Team. Redakteure wollen sehen, was sie tun. Storyblok liefert deshalb standardmäßig einen visuellen Editor, der eine Live-Vorschau der Seite ermöglicht, während man daran arbeitet.
Das System kombiniert die moderne API-Architektur mit einer klassischen, baumorientierten Ordnerstruktur. Das klingt banal, ist aber für die Akzeptanz im Team entscheidend. Redakteure können Kampagnen-Landingpages per Drag-and-Drop aus vordefinierten Komponenten („Bloks“) zusammenbauen, ohne eine Zeile Code zu schreiben.
Technisch steht Storyblok Contentful kaum nach (GraphQL, Webhooks, feingranulare APIs), aber der Fokus liegt klar auf der „Usability“ für Non-Techies. Globale Komponenten erlauben es euch, Header oder Teaser zentral zu pflegen und überall auszurollen. Es ist die pragmatische Antwort für Brands, die Headless-Performance wollen, ohne ihre Marketing-Unit in die Verzweiflung zu treiben.
Die Entscheidungs-Matrix: Storyblok vs. Contentful
Wir halten nichts von langen Feature-Tabellen. Entscheidet anhand eurer Business-Anforderungen. Hier ist der direkte Schlagabtausch in den kritischen Disziplinen.
Keine Zeit für Deep Dives? Dann gibt’s hier die 6 K.O.-Fragen, die ehrlich beantwortet werden müssen:
Frage 1: Muss dein Marketing-Team Landingpages visuell (Drag & Drop) bauen können, ohne Dev-Support?
- Ja: Tendenz Storyblok (Visual Editor ist Core-Feature).
- Nein: Contentful (Fokus auf strukturierte Daten).
Frage 2: Hast du ein dediziertes Frontend-Team, das Kapazitäten hat, eigene Editor-Interfaces zu bauen?
- Ja: Contentful (bietet maximale Freiheit, fordert aber Eigenleistung).
- Nein: Storyblok (Out-of-the-box UI spart Ressource).
Frage 3: Ist dein Content primär für eine Website gedacht (oder Web-App)?
- Ja: Storyblok (seiten-basierter Ansatz hilft enorm).
- Nein: (reine Daten für Apps, IoT, Voice): Contentful (reiner Daten-Ansatz).
Frage 4: Ist dein Budget für Lizenzen strikt limitiert (< 1.000 € / Monat)?
- Ja: Storyblok (transparenteres Pricing im Mid-Segment).
- Nein: Contentful (Enterprise-Preise skalieren schnell hoch).
Frage 5: Migrierst du von einem Monolithen (WordPress, TYPO3) und das Team hat Angst vor "zu viel Technik"?
- Ja: Storyblok (fühlt sich vertrauter an).
- Nein: Contentful (radikal neuer Ansatz).
Frage 6: Brauchst du eine strenge Enterprise-Governance (SSO, komplexe Rollenrechte) ab Tag 1?
- Ja: Contentful (hier extrem stark).
- Nein/Später: Storyblok.
1. Redaktions-Workflow & Visualität
Das Szenario: Euer Marketing-Team muss wöchentlich neue Landingpages bauen und will sofort sehen, wie das Ergebnis auf Mobile und Desktop aussieht.
Die Entscheidung: Klarer Punkt für Storyblok. Der visuelle Editor ist "built-in" und intuitiv. Bei Contentful ist die Vorschau oft abstrakt oder muss von Entwicklern erst aufwändig als separate Preview-Umgebung gebaut werden. Wer "What You See Is What You Get" braucht, nimmt Storyblok.
2. Content-Modelling & reine Daten
Das Szenario: Ihr baut primär eine App und einen Alexa Skill. Die Website ist zweitrangig. Ihr habt Tausende strukturierte Datensätze (z.B. Rezepte, Produktdaten), die wild verknüpft sind.
Die Entscheidung: Vorteil Contentful. Der strikte, datenzentrierte Ansatz ohne den "Ballast" einer visuellen Seitenstruktur zwingt zu sauberer Datenhaltung. Für reine Multi-Channel-Datenbanken ist Contentful oft mächtiger.
3. SEO-Umsetzung in der Praxis
Das Szenario: Organischer Traffic ist euer Lebenselixier. Ihr braucht volle Kontrolle über Meta-Tags, Open Graph und Slugs – ohne jedes Mal einen Developer zu rufen.
Die Entscheidung: Storyblok macht es euch leichter. Es gibt dedizierte SEO-Plugins und die Feld-Struktur ist oft näher an dem, was SEO-Manager erwarten. Contentful ist hier „agnostisch“ – ihr könnt alles bauen, müsst es aber eben auch bauen und konfigurieren.
4. Integration & Entwickleraufwand
Das Szenario: Ihr wollt euer PIM, CRM und eine Recommendation Engine anbinden.
Die Entscheidung: Unentschieden. Beide sind API-first und lassen sich exzellent integrieren. Contentful hat ein etwas größeres Ökosystem an fertigen Marketplace-Apps für Enterprise-Tools. Storyblok holt auf, punktet aber eher damit, dass man weniger "Boilerplate"-Code schreiben muss, um eine Standard-Website zum Laufen zu kriegen.
5. Skalierung & Governance
Das Szenario: Ein globaler Konzern mit 50 Märkten, strengen Rollen-Rechten und komplexen Freigabe-Workflows.
Die Entscheidung: Hier spielt Contentful seine Enterprise-Muskeln aus. Die Governance-Features (wer darf was in welchem Feld ändern) sind extrem granular. Storyblok kann Enterprise, aber Contentful ist oft das Tool der Wahl für Konzerne, die IT-Security und Compliance über Redakteurs-Komfort stellen.
6. Kostenlogik (TCO)
Das Szenario: Ihr rechnet die Total Cost of Ownership (Lizenz + Implementierung + Betrieb).
Die Entscheidung: Tendenziell Storyblok. Die Lizenzkosten sind oft transparenter und der Einstieg günstiger. Wichtiger noch: Durch den visuellen Editor spart ihr laufende Entwicklungskosten, da das Marketing viele Änderungen selbst vornimmt. Contentfuls Preismodell wird bei hohen API-Calls oder vielen Usern schnell sehr „sophisticated“ (teuer) und erfordert oft mehr Dev-Ressourcen im laufenden Betrieb.
Fazit: Trefft eine Entscheidung, die skaliert
Es gibt keinen Gewinner per se, nur das passende Werkzeug für eure Ambitionen.
- Wählt Storyblok, wenn euer Fokus auf der Website und Marketing-Agilität liegt. Wenn ihr ein Tool wollt, das Entwickler lieben, aber Redakteure sofort verstehen, ist das der Weg. Ideal für Brands, die visuelle Geschichten erzählen.
- Wählt Contentful, wenn ihr eine strikte Content-Infrastruktur für eine komplexe App-Landschaft baut und die Website nur ein Kanal von vielen ist. Ideal für Tech-fokussierte Enterprise-Teams mit hohen Governance-Anforderungen.
- Beide passen, wenn ihr endlich weg von monolithischen Altlasten wollt und bereit seid, in eine moderne MACH-Architektur zu investieren.
- Wenn ihr unsicher seid, startet mit einem Proof of Concept. Nehmt einen typischen Use Case (z.B. eine Kampagnenseite) und lasst ihn in beiden Systemen prototypen.
Wir bei pechschwarz® haben den Brand Sense dafür, was eure Marke technisch braucht, um zu wachsen. Wir verkaufen euch keine Lizenzen, wir liefern Strategie. Wenn ihr Klarheit braucht, statt Sales-Pitches, sprecht mit uns.



