
Der Erfolg einer Website, einer App oder einer digitalen Anwendung hängt maßgeblich von ihrer Benutzerfreundlichkeit und ihrem Design ab. Eine intuitive Benutzeroberfläche (UI) und eine durchdachte Nutzererfahrung (UX) sind keine optionalen Extras mehr, sondern entscheidende Faktoren, die über Akzeptanz und Ablehnung entscheiden. Figma hat sich in kürzester Zeit als das führende Werkzeug für UI/UX-Design etabliert, weil es eine entscheidende Herausforderung löst: die nahtlose Zusammenarbeit in Echtzeit.
Für Marketing-Entscheider ist Figma weit mehr als nur ein Designtool. Es ist eine strategische Plattform, die den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen, testbaren Prototypen beschleunigt und transparenter macht. Dieser Artikel erklärt, was Figma auszeichnet, welche Kernfunktionen es für die Optimierung digitaler Produkte bietet und wie Unternehmen es nutzen, um ihre Innovationszyklen zu verkürzen und ihre digitale Präsenz zu transformieren.
Was ist Figma?
Figma ist eine cloudbasierte Designplattform, die es Teams ermöglicht, gemeinsam und in Echtzeit an der Gestaltung von Benutzeroberflächen und digitalen Erlebnissen zu arbeiten. Im Gegensatz zu traditioneller, desktopbasierter Software, bei der Dateien hin- und hergeschickt werden müssen, findet bei Figma der gesamte Prozess im Browser statt. Alle Beteiligten – Designer, Entwickler, Produktmanager und Marketingverantwortliche – können gleichzeitig auf dasselbe Dokument zugreifen, es bearbeiten und kommentieren.
Das Kernziel von Figma ist es, Silos zwischen Design und Entwicklung aufzubrechen. Es schafft eine „Single Source of Truth“ (eine einzige Quelle der Wahrheit), die sicherstellt, dass alle Teammitglieder immer mit der aktuellsten Version eines Designs arbeiten. Dies minimiert Missverständnisse, reduziert Fehler und beschleunigt den gesamten Entwicklungsprozess erheblich. Für Unternehmen bedeutet dies einen schnelleren Weg zu einem besseren Produkt und damit einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Die strategischen Kernfunktionen von Figma
Figmas Leistungsfähigkeit basiert auf Funktionen, die speziell für kollaboratives Design und die Entwicklung digitaler Produkte optimiert sind.
1. Kollaboration in Echtzeit
Dies ist die revolutionärste Funktion von Figma. Mehrere Benutzer können gleichzeitig in derselben Datei arbeiten, was durch die Avatare der jeweiligen Personen am oberen Bildschirmrand visualisiert wird. Kommentare können direkt an spezifischen Designelementen hinterlassen werden, was Feedbackschleifen enorm vereinfacht und beschleunigt. Statt vager E-Mails („Bitte den Button oben rechts ändern“) können Kommentare präzise platziert werden. Diese transparente Zusammenarbeit ist entscheidend, um die Vision eines Produkts im gesamten Team zu synchronisieren.
2. Komponenten und Design-Systeme
Für eine konsistente Marken- und Nutzererfahrung ist ein durchgängiges Design unerlässlich. Figma ermöglicht die Erstellung von „Komponenten“. Das sind wiederverwendbare Designelemente wie Buttons, Eingabefelder oder Navigationsleisten. Wird eine Master-Komponente geändert, aktualisieren sich automatisch alle Instanzen dieser Komponente im gesamten Projekt.
Unternehmen können diese Komponenten in einem zentralen „Design-System“ organisieren. Dieses System dient als lebendiges Handbuch für das visuelle Erscheinungsbild der Marke und stellt sicher, dass alle digitalen Produkte – von der Website bis zur mobilen App – einheitlich und markenkonform gestaltet sind. Für Marketingleiter ist dies das ultimative Werkzeug zur Sicherung der Markenkonsistenz.
3. Interaktives Prototyping
Eine statische Grafik kann nicht vermitteln, wie sich eine Anwendung anfühlt. Figma ermöglicht es, Designs in interaktive, klickbare Prototypen zu verwandeln – und das ohne eine einzige Zeile Code. Designer können Verknüpfungen zwischen verschiedenen Bildschirmen definieren und Übergänge sowie Mikro-Animationen hinzufügen.
Dieser Prototyp kann per Link geteilt und auf jedem Gerät getestet werden. So kann wertvolles Nutzerfeedback eingeholt werden, lange bevor die teure und zeitaufwendige Programmierung beginnt. Dies minimiert das Risiko, ein Produkt zu entwickeln, das am Markt vorbeigeht.
4. Auto-Layout: Responsives Design leicht gemacht
Moderne Designs müssen auf einer Vielzahl von Bildschirmgrößen funktionieren, vom Smartphone bis zum großen Desktop-Monitor. Die „Auto-Layout“-Funktion von Figma automatisiert diesen Prozess. Sie ermöglicht es, flexible Layouts zu erstellen, die sich automatisch an den Inhalt anpassen. Fügt man beispielsweise Text zu einem Button hinzu, wächst der Button mit. Entfernt man ein Element aus einer Liste, rücken die anderen Elemente automatisch nach. Dies beschleunigt die Erstellung responsiver Designs dramatisch.
5. Nahtlose Übergabe an die Entwicklung (Handoff)
Früher war die Übergabe von Designs an die Entwickler ein fehleranfälliger Prozess, der oft mit unzähligen Spezifikationsdokumenten verbunden war. Figma löst dieses Problem elegant. Entwickler können im „Inspect“-Modus jedes Designelement anklicken und erhalten sofort alle relevanten Informationen: Maße, Abstände, Farben, Schriftarten und sogar fertigen CSS-, iOS- oder Android-Code. Dies macht die Implementierung des Designs schneller, präziser und reduziert die Reibung zwischen Design- und Entwicklungsteams.
Wie Unternehmen Figma strategisch nutzen
Figma ist der Motor für eine agile und nutzerzentrierte Produktentwicklung und unterstützt zentrale Geschäftsziele.
Fallbeispiel 1: Ein E-Commerce-Unternehmen plant einen Website-Relaunch
Das Unternehmen möchte seine veraltete Website modernisieren, um die Conversion Rate zu steigern und ein besseres mobiles Einkaufserlebnis zu bieten.
Anwendung:
- Konzeption und Wireframing: Das Team erstellt in Figma einfache Drahtgittermodelle (Wireframes), um die grundlegende Struktur und den Nutzerfluss der neuen Website zu definieren. Alle Stakeholder können frühzeitig Feedback geben.
- UI-Design und Prototyping: Auf Basis der Wireframes wird das visuelle Design entwickelt. Anschließend wird ein klickbarer Prototyp erstellt, der den gesamten Kaufprozess simuliert. Dieser Prototyp wird intern und mit einer kleinen Gruppe von Testkunden geteilt, um die Benutzerfreundlichkeit zu validieren.
- Design-System: Alle wiederkehrenden Elemente wie Produktkacheln, Buttons und Formulare werden als Komponenten in einem Design-System angelegt.
- Entwickler-Handoff: Nach der finalen Freigabe erhalten die Entwickler Zugriff auf die Figma-Datei und können alle Spezifikationen direkt aus dem Design ziehen.
Ergebnis: Das Unternehmen kann sicherstellen, dass das neue Website-Design nutzerfreundlich ist, bevor es entwickelt wird. Der Relaunch-Prozess wird beschleunigt und das Risiko teurer Fehlentwicklungen minimiert. Das Design-System garantiert zudem eine langfristige Konsistenz.
Fallbeispiel 2: Eine Agentur entwickelt eine mobile App für einen Kunden
Eine Digitalagentur muss für einen Kunden eine neue mobile Anwendung konzipieren und gestalten, wobei der Kunde eng in den Prozess eingebunden werden soll.
Anwendung:
- Kollaborativer Workshop: Die Agentur nutzt Figma als digitales Whiteboard, um gemeinsam mit dem Kunden Ideen zu sammeln und erste User-Flows zu skizzieren.
- Iteratives Design: Die Designer der Agentur entwickeln erste Screens in Figma. Der Kunde kann den Fortschritt live mitverfolgen und direkt im Tool Kommentare und Änderungswünsche hinterlassen.
- Realistisches Testing: Der interaktive Prototyp wird direkt auf den Smartphones der Projektbeteiligten getestet, um ein realistisches Gefühl für die App zu bekommen.
Ergebnis: Die Agentur schafft maximale Transparenz für den Kunden und reduziert die Anzahl langwieriger Abstimmungsrunden. Der Kunde fühlt sich als Teil des Teams, was die Zufriedenheit und die Qualität des Endergebnisses erhöht.
Vorteile für Marketing-Entscheider
Figma ist eine strategische Investition, die sich direkt auf die Effizienz, Qualität und den Erfolg Ihrer digitalen Projekte auswirkt.
- Beschleunigung der Time-to-Market: Durch die nahtlose Zusammenarbeit und die frühzeitige Validierung von Ideen können digitale Produkte schneller entwickelt und auf den Markt gebracht werden.
- Verbesserter ROI: Die Möglichkeit, Prototypen zu testen, bevor die Entwicklung beginnt, senkt die Entwicklungskosten und stellt sicher, dass in die richtigen Funktionen investiert wird.
- Garantierte Markenkonsistenz: Ein zentrales Design-System sorgt dafür, dass alle digitalen Touchpoints Ihrer Marke ein einheitliches und professionelles Erscheinungsbild haben.
- Bessere Entscheidungen durch Transparenz: Alle Projektbeteiligten haben jederzeit Einblick in den aktuellen Designstand. Dies fördert eine fundierte Diskussion und führt zu besseren strategischen Entscheidungen.
- Stärkung der Innovationskultur: Figma fördert eine Kultur der Zusammenarbeit und des schnellen Experimentierens. Es befähigt Teams, agil auf Nutzerfeedback zu reagieren und ihre Produkte kontinuierlich zu verbessern.
Fazit
Figma hat die Welt des digitalen Designs verändert, indem es die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Es ist nicht nur ein Werkzeug zur Erstellung schöner Oberflächen, sondern eine umfassende Plattform, die den gesamten Prozess von der Idee bis zur Umsetzung optimiert. Für Marketing-Entscheider, die das digitale Erlebnis ihrer Kunden ernst nehmen und ihre Innovationsprozesse transformieren wollen, ist Figma unverzichtbar. Es ist der schnellste Weg, um Ideen sichtbar, testbar und letztlich erfolgreich zu machen und so die digitale Präsenz Ihres Unternehmens auf ein neues Leistungsniveau zu heben.

