

Die Art und Weise, wie Marken online sichtbar werden, erlebt gerade einen fundamentalen Wandel. Während jahrelang die Optimierung für Google-Rankings im Mittelpunkt stand, betritt nun ein neuer, mächtiger Akteur die Bühne: die künstliche Intelligenz. Generative Systeme wie ChatGPT bestimmen zunehmend, welche Marken und Informationen Nutzer zu sehen bekommen. Doch wem vertraut die KI eigentlich?
Der AI Visibility Index 2025 liefert erstmals detaillierte Einblicke in diese neue Welt der Sichtbarkeit. Die Daten zeigen, dass Erfolg in der KI-Suche nicht vom Zufall abhängt, sondern von strategischer Arbeit an Vertrauen und Relevanz. Für Unternehmen ist es entscheidend zu verstehen, welche Marken bereits heute von KI-Systemen als Autorität eingestuft werden – und warum.
Die Top-Marken mit KI-Vertrauen – laut AI Visibility Index 2025
Ein Blick auf die Daten zeigt überraschende Gewinner und klare Muster. Es sind nicht nur die erwarteten Tech-Giganten, die in den Antworten von KI-Systemen dominieren. Vielmehr zeichnet sich ab, dass thematische Relevanz und eine breite Präsenz auf vertrauenswürdigen Plattformen entscheidend sind.
Branchenführer in der KI-Sichtbarkeit
Die Analyse verschiedener Branchen offenbart, wer bereits heute eine hohe KI-Sichtbarkeit genießt:
- Consumer Electronics: In dieser Kategorie herrscht eine hohe Markenkonzentration. Samsung (59 %) und Apple (46 %) sind die klaren Spitzenreiter. Für neue Marken ist es hier besonders schwer, in den KI-Antworten Fuß zu fassen.
- Digital Technology: Wenig überraschend führen auch hier die großen Namen. Microsoft (46 %) und Google (37 %) liegen vorn, gefolgt von Amazon (20 %).
- Financial Services: Hier zeigen sich bereits diversere Ergebnisse. Fidelity (31 %) und Vanguard (28 %) haben eine starke Position, dicht gefolgt von etablierten Banken wie Chase (28 %) und Capital One (28 %).
- Business & Professional Services: In diesem Bereich punkten Marken, die wertvollen Content liefern. Neben Google (23 %) haben sich HubSpot (11 %) und Square (10 %) als relevante Quellen für KI-Systeme etabliert.
- Fashion & Apparel: Ein spannendes Beispiel liefert die Modebranche. Neben Luxusmarken wie Hermès (13 %) und Gucci (13 %) erzielt die Outdoor-Marke Patagonia (16 %) eine bemerkenswerte Sichtbarkeit. Dies unterstreicht, dass thematische Autorität und eine klare Haltung von KI-Modellen honoriert werden.
Woher KI ihre Informationen bezieht: Der Quellen-Split
Die Daten zeigen auch, dass unterschiedliche KI-Systeme verschiedene Quellen priorisieren. Die Präsenz auf der richtigen Plattform ist entscheidend. Vergleicht man ChatGPT mit dem Google AI Mode, werden die Unterschiede deutlich:
Apple: Bleibt in beiden Systemen eine Top-Quelle (76 % bei ChatGPT, 84 % bei Google AI Mode).
Patagonia: Ist bei ChatGPT (55 %) deutlich präsenter als im Google AI Mode (34 %).
Fidelity: Erzielt bei ChatGPT eine enorme Sichtbarkeit (101 %), die im Google AI Mode (69 %) etwas geringer ausfällt.
HubSpot: Ist für ChatGPT (72 %) eine extrem wichtige Quelle, während die Marke im Google AI Mode (17 %) eine deutlich kleinere Rolle spielt.
Diese Zahlen belegen, dass eine Multi-Plattform-Strategie unerlässlich ist. Wer nur auf Google optimiert, verliert wertvolle Sichtbarkeit in anderen weitverbreiteten KI-Anwendungen.
Warum Vielfalt den Unterschied macht: Marken und Quellen im Fokus
Zwei weitere Kennzahlen aus dem Index sind für Unternehmen besonders aufschlussreich: die Markenvielfalt (Brand Diversity) und die Quellenvielfalt (Source Diversity).
Brand Diversity misst, wie viele verschiedene Marken durchschnittlich in einer KI-Antwort auf eine Frage genannt werden.
- Hohe Vielfalt (z. B. Business & Professional Services mit 4,44 Marken pro Prompt): In diesen Branchen gibt es mehr Wettbewerb, aber auch mehr Chancen, als relevanter Anbieter genannt zu werden. Eine klare Differenzierung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
- Niedrige Vielfalt (z. B. Consumer Electronics mit 1,5 Marken pro Prompt): Hier dominieren wenige große Player. Neueinsteiger müssen gezielt Nischen besetzen und Autorität auf externen Plattformen aufbauen, um wahrgenommen zu werden.
Source Diversity zeigt, aus wie vielen unterschiedlichen Quellen eine KI ihre Antwort zusammenstellt.
Hohe Quellenvielfalt (z. B. Business & Professional Services mit 14,05 Quellen): Dies ist eine enorme Chance für B2B-Marken, Thought Leader und Experten. Je mehr Quellen eine KI heranzieht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, als Zitat oder Referenz aufgenommen zu werden.
Niedrige Quellenvielfalt (z. B. Consumer Electronics mit 6,71 Quellen): In diesen Feldern verlässt sich die KI auf wenige, etablierte Wissensquellen. Die strategische Platzierung von Inhalten auf genau diesen Plattformen ist hier entscheidend.
Fazit: Vertrauen schaffen, das skaliert
Der AI Visibility Index 2025 macht deutlich: KI-Sichtbarkeit ist kein Zufallsprodukt. Marken wie Apple, Fidelity oder HubSpot haben es geschafft, weil sie über ihre eigenen Websites hinaus als vertrauenswürdige Quellen für relevante Themen wahrgenommen werden. Sie sind dort präsent, wo die KI nach Antworten sucht: in Fachforen, auf Wissensplattformen und in hochwertigen Publikationen.
Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Warten Sie nicht länger. Beginnen Sie jetzt damit, Ihre Marke strategisch in den für KI relevanten Ökosystemen zu positionieren. Wer heute auf den Aufbau von Sichtbarkeit in generativen Systemen setzt, schafft Vertrauen, das langfristig skaliert und einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichert.




