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Contentful vs. Storyblok: Welches CMS passt zu deinem Team?

Eine Kampagnenseite ist fertig, die französische Fassung noch nicht. Die Redaktion will den deutschen Inhalt veröffentlichen. Die Entwicklung muss sicherstellen, dass dabei weder unfertige Übersetzungen noch veraltete Produktdaten live gehen. Genau an solchen Aufgaben entscheidet sich, ob ein CMS zu deinem Unternehmen passt.

Contentful und Storyblok solltest du aus zwei Perspektiven bewerten: Development Experience und Redaktions-Experience. Dein Entwicklungsteam braucht eine Architektur, die sich nachvollziehbar integrieren, testen und weiterentwickeln lässt. Deine Redaktion braucht verständliche Inhalte, verlässliche Vorschauen und klar geregelte Veröffentlichungen. Gute Bedienbarkeit ist dabei keine Zugabe, die du gegen technische Möglichkeiten eintauschst.

Die kurze Antwort: Beide Systeme müssen beide Teams überzeugen

Die Gleichung „Contentful für Entwickler, Storyblok für Redakteure“ greift zu kurz. Beide Systeme ermöglichen strukturierte Inhalte und visuelle Vorschauen. Welche Lösung besser passt, hängt von deinem Content-Modell, der Umsetzung, den benötigten Funktionen und dem gebuchten Tarif ab.

Bei pechschwarz® konzentrieren wir uns auf Contentful und Storyblok, weil wir Markenauftritt, technische Architektur und redaktionelle Arbeit gemeinsam entwickeln wollen. Daraus folgt keine pauschale Rangliste. Für eine fundierte Auswahl müssen beide Systeme dieselben Aufgaben mit realistischen Inhalten und den vorgesehenen Benutzerrechten bewältigen.

Dieser Vergleich ist eine Entscheidungshilfe auf Basis der verlinkten Herstellerdokumentation und unserer fachlichen Bewertung. Er ist kein gemessener Produkttest. Ein nachvollziehbarer Prüfablauf folgt weiter unten.

Redaktions-Experience: Vorschau ist erst der Anfang

Storybloks Visual Editor verbindet die Bearbeitung von Komponenten mit der Vorschau deiner Website. Die Entwicklung muss dafür unter anderem die Vorschau und die Verbindung zwischen Frontend und Editor einrichten. Ein neuer CMS-Baustein bekommt nicht automatisch eine funktionierende Darstellung im Frontend. Storyblok: Visual Editor

Auch Contentful bietet Live Preview. Inhalte können neben der Vorschau bearbeitet werden. Live Updates und der Inspector Mode, der vom sichtbaren Inhalt zum zugehörigen Feld führt, benötigen die entsprechende SDK-Integration. Contentful als grundsätzlich rein formularbasiertes System ohne visuelle Rückmeldung zu beschreiben, wäre deshalb falsch. Contentful: Live Preview

Für deine Bewertung ist entscheidend, ob diese Möglichkeiten in der angebotenen Umsetzung tatsächlich funktionieren. Lass ein Mitglied der Redaktion eine Überschrift ändern, ein Bild austauschen und einen Inhalt auf mehreren Seiten wiederverwenden. Kann die Person erkennen, wo sich eine Änderung auswirkt? Sind Pflichtfelder verständlich? Unterscheidet die Vorschau Entwurf und veröffentlichte Fassung eindeutig? Dokumentiere Fehler und benötigte Hilfe, nicht nur den Eindruck nach einer Produktdemo.

Development Experience: Das Content-Modell muss Veränderungen aushalten

Auf Entwicklungsseite beginnt die Prüfung bei den Inhalten. Welche Informationen sollen unabhängig von einer Seite bestehen? Welche Komponenten gestalten eine konkrete Website? Wo liegen Produktdaten, Medien und Kundendaten, und welches System ist jeweils verantwortlich?

Ein hypothetisches Beispiel: Dein PIM führt die technischen Produktmerkmale, das DAM verwaltet freigegebene Medien und das CMS ergänzt Beratungstexte. Eine zusätzliche CMS-Sprache darf dann nicht versehentlich eine zweite, widersprüchliche Datenquelle für dieselben Produktmerkmale schaffen. Definiere vor der Integration, welche Informationen übernommen, referenziert oder im CMS gepflegt werden.

Lass das Entwicklungsteam an einem kleinen Modell prüfen, wie Referenzen, Validierungen und Änderungen behandelt werden. Was passiert mit vorhandenen Inhalten, wenn ein Feld verpflichtend wird? Wie werden Modelländerungen getestet? Was geschieht, wenn ein angebundenes System nicht erreichbar ist? Diese Fragen machen Integrations- und Pflegeaufwand sichtbar. Ein API-Häkchen beantwortet sie nicht.

Governance: Wer darf was, und wer gibt es frei?

Rollen und Freigaben beantworten unterschiedliche Fragen. Rollen legen fest, welche Inhalte und Aktionen eine Person erreichen darf. Ein Workflow beschreibt, wie ein Inhalt von der Bearbeitung zur Freigabe gelangt. Prüfe beides zusammen mit der tatsächlichen Veröffentlichung.

Contentful dokumentiert Organisations- und Space-Rollen sowie individuelle Rollen für Premium-Kunden. Storyblok bietet ebenfalls Rollen und konfigurierbare Workflows; bestimmte Anpassungen sind tarifabhängig. Die Aussage „Enterprise-Governance bedeutet automatisch Contentful“ ist deshalb keine ausreichende Auswahlregel. Contentful: Rollen, Storyblok: Rollen, Storyblok: Workflows

Formuliere stattdessen eine konkrete Anforderung: Eine externe Redaktion darf deutsche Artikel bearbeiten, aber weder globale Navigation noch andere Märkte verändern und nichts selbst veröffentlichen. Teste anschließend genau diese Rolle. Ein Test mit Administratorrechten sagt darüber wenig aus. Prüfe auch, wie Vertretungen und dringende Korrekturen geregelt werden.

Mehrsprachigkeit und Publishing: Sprache ist nicht gleich Markt

Storyblok unterscheidet Übersetzungsmodelle auf Feld-, Ordner- und Space-Ebene. Bei Feldübersetzungen kann eine Story mehrere Sprachfassungen enthalten. Die Dokumentation weist darauf hin, dass standardmäßig alle Sprachfassungen gemeinsam veröffentlicht werden; für getrennte Veröffentlichungen ist die entsprechende Einstellung relevant. Storyblok: Internationalisierung

Contentful verwaltet Sprach- und Regionsvarianten über Locales. Die Dokumentation unterscheidet gemeinsames und locale-basiertes Veröffentlichen. Welche Betriebsweise gilt, wird auf Environment-Ebene festgelegt. Auch hier gehört die Prüfung der konkreten Konfiguration zur Auswahl. Contentful: Lokalisierung

Übersetzung allein löst noch keine Marktorganisation. Deutschland und Österreich können dieselbe Sprache verwenden und trotzdem andere Angebote, Ansprechpartner oder Freigabetermine benötigen. Entscheide deshalb zuerst, welche Inhalte gemeinsam bleiben, welche lokal abweichen dürfen und welche Fassung bei einer fehlenden Übersetzung erscheinen soll. Teste diese Fälle im Frontend und im CMS.

Für koordinierte Veröffentlichungen bieten beide Systeme Release-Funktionen. Contentful beschreibt die Bündelung von Einträgen und Assets über Launch, Storyblok die Planung über seine Releases-App. Lass dir zeigen, wie referenzierte Inhalte, Termine und nachträgliche Korrekturen in eurem Setup behandelt werden. Eine freigegebene Seite ist nur dann vollständig, wenn ihre benötigten Inhalte ebenfalls verfügbar sind. Contentful: Launch, Storyblok: Releases

Kosten: Vergleiche dieselbe Konfiguration

Vergleiche Lizenzangebote mit derselben Anzahl an Redakteuren, Sprachen, Umgebungen und den tatsächlich benötigten Funktionen. Erfasse zusätzlich Nutzungslimits, mögliche Mehrkosten, Support und vertragliche Anforderungen. Die aktuellen Anbieterangebote und Preisübersichten sind maßgeblich, nicht eine pauschale Aussage, welches System günstiger sei. Contentful: Preise, Storyblok: Preise

Für die Gesamtrechnung trennst du einmalige und laufende Kosten. Zur Einführung gehören Modellierung, Frontend, Migration, Schnittstellen, Vorschau, Tests und Schulung. Im Betrieb kommen neben Lizenzen und Hosting auch Wartung, Weiterentwicklung und redaktioneller Aufwand hinzu. Ein günstigerer Tarif ist nur dann günstiger für dein Projekt, wenn er die vereinbarten Anforderungen tatsächlich abdeckt.

Rechne einen Normalbetrieb und ein Wachstumsszenario durch: Was ändert sich bei zusätzlichen Märkten, einem größeren Redaktionsteam oder einem weiteren Ausgabekanal? Lass notwendige Tarifwechsel und Erweiterungen im Angebot benennen. So bleibt die Entscheidung auch nach dem Launch nachvollziehbar.

Ein gemeinsamer Praxistest für Redaktion und Entwicklung

Nimm für den Vergleich eine überschaubare, aber realistische Aufgabe: eine Kampagnenseite in zwei Sprachen mit einem wiederverwendeten Produktelement und einem getrennten Freigabeschritt. Das ist ein vorgeschlagener Testfall, keine Behauptung über ein bereits durchgeführtes Kundenprojekt.

1. Seite erstellen und ändern. Die Redaktion baut die Seite mit den vorgesehenen Komponenten und prüft Text und Bild auf Desktop und Mobil. Notiere, welche Schritte ohne Hilfe gelingen und wo Verständnisprobleme auftreten.

2. Wiederverwendung nachvollziehen. Ändere einen gemeinsam verwendeten Inhalt. Prüfe, ob alle betroffenen Seiten auffindbar sind und ob sich eine ungewollte Änderung verhindern oder zurücknehmen lässt.

3. Lokale Fassung freigeben. Veröffentliche in einer Testumgebung eine Sprache, während die zweite noch in Bearbeitung ist. Kontrolliere anschließend die tatsächlich ausgelieferten Inhalte und mögliche Fallbacks.

4. Berechtigungen prüfen. Wiederhole die Aufgaben als externe Redaktion und als Freigabeverantwortlicher. Verbotene Änderungen müssen verhindert werden, erforderliche Arbeiten sollen ohne Administratorhilfe möglich sein.

5. Eine technische Änderung durchspielen. Ergänze ein Feld und prüfe vorhandene Einträge, Vorschau, Frontend und die betroffenen Schnittstellen. Dokumentiere notwendigen Code, Migrationen und Verantwortlichkeiten.

6. Aufwand und Ausschlusskriterien festhalten. Bewertet benötigte Hilfe, Fehler, Konfigurationsaufwand und Kosten gemeinsam. Ein fehlender verpflichtender Freigabeprozess lässt sich nicht durch eine bessere Gesamtnote bei anderen Funktionen ausgleichen.

Unsere Empfehlung

Wähle nicht zwischen Entwicklerfreundlichkeit und guter Bedienbarkeit. Verlange beides und prüfe, welche Umsetzung deine Anforderungen mit vertretbarem Aufwand erfüllt. Bei einer stark seitenorientierten Redaktion ist Storybloks Komponenten- und Vorschaukonzept ein sinnvoller Ausgangspunkt für den Test. Bei umfangreich referenzierten Inhaltsmodellen gehört Contentful auf die Shortlist. Beides sind Prüfthesen, keine exklusiven Fähigkeiten der Systeme.

Die belastbare Entscheidung liegt am Ende in einem dokumentierten Content-Modell, geprüften Arbeitsabläufen und einem vergleichbaren Angebot. Genau daran lässt sich beurteilen, welches CMS dein Team dauerhaft einsetzen und weiterentwickeln kann.

Nicht pauschal. Beide Systeme müssen zu deinem Content-Modell, deinen redaktionellen Aufgaben und deinen technischen Anforderungen passen. Vergleiche denselben Testfall mit den vorgesehenen Rollen und Tarifen, statt aus einer Produktkategorie auf die Eignung zu schließen.

Ja. Contentful bietet Live Preview mit nebeneinander angeordneter Bearbeitung und Vorschau. Für Live Updates und den Inspector Mode ist eine entsprechende SDK-Integration nötig. Prüfe deshalb die angebotene Umsetzung, nicht nur die Funktionsbezeichnung.

Entscheidend ist, ob dein Team Sprachen und Märkte im benötigten Umfang getrennt bearbeiten und veröffentlichen kann. Teste Rollen, Fallbacks, referenzierte Inhalte und koordinierte Releases. Eine vorhandene Übersetzungsfunktion allein beantwortet diese Fragen nicht.

Wir betrachten Development Experience und Redaktions-Experience gemeinsam. Unsere Auswahl verbindet die technische Arbeit an Inhaltsmodellen und Schnittstellen mit verständlicher Bearbeitung, Vorschau und Publishing. Welches der beiden Systeme passt, validieren wir anhand der jeweiligen Anforderungen.

Vergleiche Lizenz und Hosting sowie Einführung, Migration, Schnittstellen, Schulung und laufende Betreuung. Lege identische Anforderungen zugrunde und berücksichtige zusätzliche Redakteure, Märkte und Umgebungen. Verbindlich sind die konkreten Anbieterangebote, nicht allgemeine Preisvergleiche.

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