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Podcastfolge mit Amina Sipcanin und Gianluca Lenti: Warum Google Ads oft nur Geld verbrennen
29 Min.

Warum Google Ads oft nur Geld verbrennen

Amina Sipcanin und Gianluca Lenti über passende Kunden, gute Landingpages und die Zahlen hinter Google Ads. Mit Kapiteln und Transkript.

Amina Sipcanin

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Darum geht’s

Klicks sind noch keine Kunden. Amina Sipcanin spricht mit Gianluca Lenti darüber, warum Google-Ads-Kampagnen Geld kosten können, ohne genügend passende Anfragen oder Verkäufe zu bringen. Gianluca erzählt aus der Betreuung von rund 30 Kunden: von der ersten Prüfung des Angebots über die Website bis zur laufenden Auswertung.

Im Mittelpunkt stehen die Fragen, die vor und während einer Kampagne wichtig werden: Passt der Kanal zum Kaufprozess? Ist die Landingpage bereit für den Traffic? Werden die richtigen Ergebnisse erfasst? Dazu kommen seine Erfahrungen mit KI-Funktionen in Google Ads und YouTube Shorts. Sein Rat zum Schluss: erst einen Bereich zum Laufen bringen, dann erweitern. Die Folge dauert knapp 29 Minuten.

Im Gespräch: Amina Sipcanin, Head of Corporate Communications, und Gianluca Lenti, Marketing Manager bei pechschwarz®.

Die wichtigsten Gedanken

Der Kanal muss zum Kaufprozess passen.

01:10 · Gianluca beschreibt einen Kunden mit hochpreisigen Industriepressen und wenigen Aufträgen pro Jahr. In diesem konkreten Fall passte die Erwartung spontaner Käufe über Anzeigen nicht zum Geschäft. Für ihn beginnt die Beratung deshalb mit der Frage, ob Google Ads dem jeweiligen Unternehmen überhaupt hilft.

Website, Keywords und Tracking gehören zusammen.

13:15 · Vor dem Start prüft das Team Landingpage, Keyword-Kosten und Wettbewerb. Gianluca nennt lange Ladezeiten, fehlende Handlungsaufforderungen und schlechte mobile Nutzung als mögliche Hindernisse. Das Tracking gehört für ihn zu diesen Grundlagen und wird nicht erst nach dem Kampagnenstart betrachtet.

Eine Kampagne braucht laufende Aufmerksamkeit.

10:51 · Ein Konto aufsetzen und anschließend sich selbst überlassen: So lässt sich laut Gianluca Geld verbrennen. Er unterscheidet zwischen dem regelmäßigen Blick auf Auffälligkeiten und gezielten Änderungen, etwa bei unpassenden Suchanfragen. Nicht jeder Kontrollblick führt automatisch zu einer Anpassung.

Ein ROAS erklärt noch nicht die Wirtschaftlichkeit.

17:12 · Bei der Bewertung schaut Gianluca auf die Ziele und die Marge des jeweiligen Unternehmens. Seine Beispiele zeigen, warum sich Ergebnisse verschiedener Kunden nicht einfach miteinander vergleichen lassen. Auch die Verweildauer nutzt er als Anlass, genauer auf das Verhalten nach dem Klick zu schauen.

Neue Möglichkeiten Schritt für Schritt testen.

27:21 · Gianluca empfiehlt, erst einen Bereich zum Laufen zu bringen und dann weitere hinzuzunehmen. Wer alles gleichzeitig startet, kann Erfolge und Probleme schlechter zuordnen. Bei KI-Funktionen beschreibt er begrenzte Tests und die Abstimmung mit dem Kunden als Vorgehen aus seiner Praxis.

Das Gespräch in Kapiteln

Die Zeitmarken öffnen die passende Stelle im YouTube-Video.

  • 00:00 · Für wen Google Ads infrage kommt und wie die Betreuung beginnt

  • 05:23 · Anzeigen erkennen, Keywords auswählen und Kampagnen betreuen

  • 12:52 · Was Website, Landingpage und Tracking vor dem Start leisten müssen

  • 15:16 · Verweildauer, Conversions und ROAS richtig einordnen

  • 17:57 · KI in Google Ads: Erfahrungen mit AI Max und der Blick auf AI Overview Ads

  • 23:53 · YouTube Shorts und der Rat, schrittweise zu starten

Die Folge zum Nachlesen

Redigiertes Transkript auf Grundlage der automatisch erzeugten YouTube-Untertitel. Füllwörter, Wiederholungen und Satzabbrüche wurden für die Lesbarkeit geglättet. Die Zeitmarken führen zum Gespräch im Originalvideo; die vollständige Audiofassung ist dort maßgeblich.

Einordnung der Redaktion · 5. November 2026

Das Gespräch enthält persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zu damaligen Tests. AI Max ist eine Erweiterung bestehender Suchkampagnen, kein eigener Kampagnentyp. Es ist auch nicht der einzige Zugang zu Anzeigen in AI Overviews: Google nennt dafür unter anderem geeignete Search-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen. Eine Platzierung ist nicht garantiert; Markt und Sprache spielen eine Rolle. Werbung bleibt von organischen KI-Antworten getrennt. Quellen: Google zu AI Max und Google zu Anzeigen in KI-Sucherlebnissen.

Die im Gespräch beschriebene Produktempfehlung mit Händlerlink in ChatGPT belegt für sich allein keine bezahlte Anzeige. OpenAI unterscheidet organische Shopping-Ergebnisse von Werbung. Quelle: OpenAI zu Shopping-Ergebnissen.

Die genannten Verweildauern, Conversion-Zahlen und Budgets sind Beispiele aus dem Gespräch, keine allgemeingültigen Zielwerte. Auch das ROAS-Beispiel ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsrechnung: Dafür müssen unter anderem die tatsächliche Marge und weitere Kosten berücksichtigt werden.

Google Ads, Kunden und Kaufentscheidungen

00:00 · Amina Sipcanin: Hi Gianluca, ich freue mich, dass du hier bist.

00:02 · Gianluca Lenti: Ja Amina, danke, dass ich da sein darf.

00:03 · Amina Sipcanin: Magst du es eigentlich lieber Gianni oder Gianluca genannt werden? Das habe ich dich schon mal gefragt.

00:07 · Gianluca Lenti: Das hast du mich schon mal gefragt, stimmt. Es kommt darauf an, mal so, mal so. Aber Gianni passt schon.

00:11 · Amina Sipcanin: Das heißt, heute bist du für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, Zuschauerinnen und Zuschauer Gianni. Ich freue mich, dass du da bist, unser Google-Ads-Experte. Ich werde dich zum Thema Google Ads ausfragen: was du damit hier bei pechschwarz bewirkst, aber auch, wie es dich persönlich betrifft. Zum Reinstarten: Wie viele Kunden betreust du gerade und was heißt überhaupt Google Ads?

00:35 · Gianluca Lenti: Derzeit sind es um die 30 Kunden. Google Ads ist sehr vielseitig, dieser ganze Kosmos rund um Google. Du suchst zum Beispiel nach Nike Air Force und siehst direkt oben ein Produkt. Das ist zum Teil Google Ads. Aber auch, wenn du nach einer Dienstleistung suchst, etwa nach einem Friseur oder einer Kfz-Werkstatt in der Nähe, kann das Google Ads sein.

01:00 · Amina Sipcanin: Das heißt, Google Ads kann jeder schalten?

01:03 · Gianluca Lenti: Grundsätzlich ja.

01:05 · Amina Sipcanin: Und was bedeutet grundsätzlich? Wer könnte es nicht oder sollte es vielleicht nicht?

01:10 · Gianluca Lenti: Jeder kann Anzeigen schalten, wenn er möchte. Aber es macht nicht bei allen Sinn. Wir hatten Kunden aus der Industrie, die zum Beispiel Industriepressen für ein paar Millionen oder ein paar Hunderttausend Euro verkauft haben und nur wenige Aufträge im Jahr hatten. Da hat sich mit der Zeit gezeigt, dass es wenig Sinn macht. Das ist eine sehr nischige Branche, man kennt sich untereinander. Die Aufträge kommen nicht spontan über Google Ads, weil jemand denkt: Ich brauche mal eine neue Presse. Das läuft eher innerhalb dieses Netzwerks.

01:44 · Amina Sipcanin: Ich brauche mal eine neue Presse, ich habe ein paar Millionen auf der Seite.

01:48 · Gianluca Lenti: Genau. Da entscheidet keiner spontan: Ich klicke auf die Anzeige, die ich sehe. Es kommt immer darauf an. Man muss mit dem Kunden fair umgehen und ihn ehrlich beraten, ob es Sinn macht oder nicht.

01:58 · Amina Sipcanin: Hätte der Kunde jetzt eine Anzeige gehabt, wäre das schon teuer gewesen, oder? Einmal draufgeklickt, aber wahrscheinlich kaufen 99,9 Prozent keine Riesenpresse. Was bedeutet es für den Kunden, wenn man klickt, ohne etwas zu kaufen?

02:13 · Gianluca Lenti: Das bedeutet einen großen Ad Burn. Er bekommt Traffic auf die Seite, vermutlich von unqualifizierten Nutzern, die versehentlich draufklicken, etwas herumscrollen und wieder verschwinden. Der Kunde hat hohe Kosten, ohne einen Mehrwert zu bekommen.

02:29 · Amina Sipcanin: Du betreust 30 Kunden. Hast du von Anfang an hier Google Ads gemacht oder wie bist du dort gelandet?

02:39 · Gianluca Lenti: Ich bin direkt in Google Ads reingerutscht, ins kalte Wasser, und habe mir vieles selbst beigebracht. Das mache ich seit Tag eins hier.

02:49 · Amina Sipcanin: Und was macht dir daran besonders Spaß?

02:52 · Gianluca Lenti: Eigentlich alles. Bei uns ist Google sehr vielseitig. Es geht nicht nur um die reine Kampagnenbetreuung, also Kampagnen prüfen und optimieren, sondern auch um das ganze Tracking drumherum. Das ist nicht bei jedem Ads Manager so. Viele geben das an Programmierer ab. Wir haben es selbst in der Hand, damit wir wissen, welche Ziele wir verfolgen. Das macht mir großen Spaß. Und natürlich der Umgang mit Kunden, der auch sehr vielseitig ist. [Lachen] Kunde ist nicht gleich Kunde.

03:22 · Amina Sipcanin: Darauf würde ich gerne eingehen. Wenn ihr nicht nur das reine Kampagnenmanagement macht: Wie landet ein Auftrag auf deinem Schreibtisch? Was musst du machen und worüber sprichst du mit den Kunden?

03:39 · Gianluca Lenti: Das ist unterschiedlich. Viele Aufträge kommen von Kunden, für die wir die Website gemacht haben. Dann machen wir ein Audit des bestehenden Google-Ads-Kontos. Es heißt zum Beispiel: Der Kunde hat schon Google Ads gemacht, schau dir das Konto an. Wo gibt es Optimierungspotenzial? Gibt es überhaupt Potenzial? Auch das ist eine mögliche Frage. Wir prüfen das und gehen dann mit dem Kunden in den Austausch: Hier sehen wir Chancen, hier können wir euch weiterbringen.

04:12 · Amina Sipcanin: Und wenn der Kunde sagt: Ja, ich möchte das machen? Wie läuft es dann ab?

04:17 · Gianluca Lenti: Wir starten in der Regel mit einem Kickoff und halten die Ziele fest, die der Kunde und wir verfolgen. Dabei muss man offen und ehrlich sein. Wenn Vorstellungen nicht der Realität entsprechen, muss man den Kunden wieder etwas auf den Boden holen. Das ist oft schwierig. Nach dem Kickoff gehen wir in die Kampagnenerstellung und dann geht es los.

04:42 · Amina Sipcanin: Was wären solche Vorstellungen, bei denen du sagst: Das ist exorbitant?

04:47 · Gianluca Lenti: Es gibt Kunden, die denken: Wir starten mit Google Ads oder wechseln die Agentur und jetzt ändert sich von heute auf morgen alles. Aber es ist ein Prozess. Änderungen, die du heute machst, spürst du teilweise erst in zwei oder drei Monaten. Es braucht Zeit. Das ist für Kunden schwierig, weil sie Geld investieren.

05:11 · Amina Sipcanin: Das verstehe ich. Das ist bei allen Veränderungen so, nicht nur bei Google Ads. Sie brauchen Zeit, um zu wirken.

05:22 · Gianluca Lenti: Auf jeden Fall.

Anzeigen, Keywords und laufende Betreuung

05:23 · Amina Sipcanin: Wenn du privat etwas googelst, zum Beispiel die Air Force: Merkst du sofort, dass es eine Anzeige ist, oder manchmal auch nicht? Ich kenne Leute, die klicken darauf und merken erst später, dass es Werbung ist. Mein Vater zum Beispiel.

05:49 · Gianluca Lenti: Ich merke es sofort. Ich mache das mittlerweile seit fünf Jahren. Aber ich kenne viele in meinem Umfeld, die es nicht wissen. Freunden habe ich erst einmal erklärt, was das überhaupt ist. Einige haben inzwischen Adblocker aktiv und sagen: Wir wollen dir das Leben schwer machen. [Lachen] Ich glaube, viele wissen nicht, dass sie gerade aktiv auf eine Anzeige geklickt haben.

06:14 · Amina Sipcanin: Was hältst du davon? Manipulativ ist das falsche Wort, aber die Anzeige leitet dich zumindest auf eine Seite. Wie würdest du mehr Bewusstsein für Ads schaffen? Worauf sollte man achten?

06:36 · Gianluca Lenti: Das ist schwierig. Ich finde es nicht manipulativ, weil es gekennzeichnet ist, manchmal zwar nur klein. Ich glaube, größtenteils hilft es Menschen, das zu finden, wonach sie suchen. Ob dafür mehr Bewusstsein geschaffen werden muss, bin ich mir nicht sicher. Es funktioniert und es schadet niemandem, auf eine Anzeige zu klicken. Den Unternehmen hilft es. Deswegen finde ich es so eigentlich okay.

07:09 · Amina Sipcanin: Ich frage mich, ob Unternehmen mit viel Geld, zum Beispiel Zalando, nicht einen Vorteil haben. Sie können viel in Google Ads investieren und oben in den ersten Blöcken erscheinen. Ist das unfair gegenüber Unternehmen mit weniger Werbebudget?

07:27 · Gianluca Lenti: Das auf jeden Fall. Man muss aber sagen: Unternehmen wie Zalando machen oft eine Brandkampagne, um sich zu schützen. Es gibt Unternehmen, die bewusst auf Zalando bieten, um oben zu erscheinen. Auch das ist eine Methode.

07:47 · Amina Sipcanin: Wie funktioniert das?

07:49 · Gianluca Lenti: Nehmen wir eine kleine Modeboutique aus Wuppertal, die mehr Sichtbarkeit möchte. Sie könnte Zalando als Keyword anlegen und unter anderem erscheinen, wenn Menschen danach suchen. Weil manche nicht wissen, ob sie auf eine Anzeige klicken, landen sie dann bei der Boutique.

08:16 · Amina Sipcanin: Okay.

08:17 · Gianluca Lenti: Was sie damit machen, ist dahingestellt. Ob sie dort wirklich kaufen, ist eine andere Frage. Aber so kannst du Traffic generieren.

08:23 · Amina Sipcanin: Das ist ein guter Trick, vielleicht nicht ganz fair. Welche anderen Hacks gibt es? Gibt es Keywords, bei denen du sagst: Die sollte jeder verwenden?

08:39 · Gianluca Lenti: So pauschal kann man das nicht sagen, weil jede Branche anders ist. Auf Zalando beziehungsweise auf Wettbewerber zu bieten, ist ein Mittel. Die Erfahrung zeigt aber: Du kannst kurzfristig Traffic generieren, es bringt nur oft nicht so viel. Würdest du bei einer Boutique bestellen, wenn du eigentlich zu Zalando wolltest? Ich glaube nicht.

09:00 · Amina Sipcanin: Wahrscheinlich nicht, nein.

09:01 · Gianluca Lenti: Deswegen gibt es den einen Trick eigentlich nicht. Man muss es von Branche zu Branche betrachten. Was ich gerne nutze, ist der Keyword-Platzhalter bei Google Ads. Den packst du in die Anzeige. Wenn jemand zum Beispiel nach einer Hose in Größe 46 sucht und du das Keyword hinterlegt hast, wird es vorne in der Anzeige angezeigt. Du signalisierst: Wir haben genau das, wonach du suchst. Dann klickt die Person auf die Anzeige. Das ist kein Geheimnis, funktioniert in der Regel aber gut.

09:45 · Amina Sipcanin: Das finde ich einen guten Ansatz für kleinere Unternehmen. Gibt es einen Irrglauben über Google Ads? Hörst du Dinge, bei denen du denkst: Das stimmt nicht? Oder Ängste von Kunden, die du für irrational hältst?

10:07 · Gianluca Lenti: Irrational würde ich nicht sagen. Viele haben schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt Agenturen und Agenturen. Wir hatten viele Kunden, die gesagt haben: Wir haben nur Geld verbrannt und wissen gar nicht, was mit unserem Geld passiert ist. Da wollen wir aufklären und für Transparenz sorgen. Die Kunden sollen wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Negative Erfahrungen sprechen sich herum: Einer erzählt es dem nächsten und so macht es die Runde. Man kann mit Google Ads tatsächlich Geld verbrennen, wenn man es nicht richtig macht.

10:49 · Amina Sipcanin: Wie?

10:51 · Gianluca Lenti: Indem man eine Kampagne aufsetzt, ein paar Keywords einträgt und nie wieder hineinschaut.

10:57 · Amina Sipcanin: Musst du jeden Tag in eine Kampagne schauen und sie anpassen, wenn sie läuft?

11:03 · Gianluca Lenti: Nicht grundsätzlich jeden Tag. Es kommt darauf an, wie das Konto eingestellt ist. In der Anfangszeit schon. Keywords sind nicht gleich Keywords. Wenn du Nike Air Force eingibst, wirst du nicht nur genau dafür gefunden. Google hat Ableitungen, für die du ausgespielt wirst. Du musst prüfen, ob das passt oder ob du für Begriffe ausgespielt wirst, die nur Geld verbrennen. Da musst du regelmäßig aussortieren. Am Anfang täglich, ansonsten würde ich drei- bis viermal die Woche sagen.

11:35 · Amina Sipcanin: Das heißt, du schaust für alle 30 Kunden mindestens drei- bis viermal pro Woche in den Google Ads Manager und prüfst die bisherigen Ergebnisse?

11:46 · Gianluca Lenti: Genau. Vieles ist Monitoring. Wir machen täglich einen Check: Passt alles? Gibt es Auffälligkeiten? Müssen wir aktiv werden? Manche Konten haben kaum unpassende Begriffe. Dann prüfen wir, ob genug Conversions reinkommen und ob es Anomalien gibt. Wir schauen auch im Hintergrund auf die Website und in Analytics. Vieles, was man gar nicht auf dem Schirm hat, ist Monitoring.

12:21 · Amina Sipcanin: Machst du das alleine oder mit wem arbeitest du bei uns eng zusammen?

12:24 · Gianluca Lenti: Mit Luca. Er ist bei uns im Team hauptsächlich für Google Ads zuständig und mein Ansprechpartner.

12:31 · Amina Sipcanin: Wenn euch beim Monitoring etwas auffällt, könnt ihr es sofort verändern?

12:38 · Gianluca Lenti: In der Regel. Wenn etwas auffällt, muss man erst auf Fehlersuche gehen und herausfinden, woran es liegt. Wenn wir denken, dass wir eine Lösung gefunden haben, probieren wir eine Änderung aus.

Website und Tracking vor dem Kampagnenstart

12:52 · Amina Sipcanin: Welche drei oder vier Dinge musst du vor einer Kampagne prüfen, um einem Kunden Google Ads zu empfehlen? Abgesehen davon, ob es ein sehr nischiges Produkt ist, das eine Million Euro kostet.

13:15 · Gianluca Lenti: Es kommt darauf an, ob die Website von uns ist oder nicht. Zuerst prüfen wir die Website: Ist die Landingpage für Google Ads geeignet? Im nächsten Schritt prüfen wir die Keywords für das Produkt oder die Dienstleistung. Es gibt Keywords, die 30 bis 40 Euro kosten. Wenn der Kunde ein Tagesbudget von 50 Euro hat, wird es schwierig. Dann macht Google Ads vielleicht keinen Sinn. Wir prüfen, ob die Keywords wirtschaftlich sind. Danach machen wir eine Wettbewerbsanalyse und schauen, was die Konkurrenz macht. Das sind die ersten Schritte.

13:58 · Amina Sipcanin: Warum könnte eine Website oder Landingpage nicht passen?

14:04 · Gianluca Lenti: Zum Beispiel wegen schlechter Ladezeiten. Die Website braucht extrem lange zum Laden oder ist nicht responsiv, also auf Desktop und Handy nicht gleichermaßen gut nutzbar. Die CTAs fehlen oder das Wording ist schlecht. Das können Gründe für eine ungeeignete Landingpage sein.

14:22 · Amina Sipcanin: Und das muss geprüft werden, bevor ihr mit der eigentlichen Arbeit startet?

14:28 · Gianluca Lenti: Auf jeden Fall. Der wichtigste Punkt wird auch gerne vergessen: das Tracking. Ohne sauberes Tracking braucht man keine Google Ads. Das ist ein wichtiger Faktor.

14:37 · Amina Sipcanin: Sonst kann man nichts optimieren oder verändern, weil man gar nicht weiß, was passiert.

14:42 · Gianluca Lenti: Ja, ja, ja.

14:42 · Amina Sipcanin: Und das macht dir Spaß, in diesen großen Dateien und Tabellen zu arbeiten?

14:51 · Gianluca Lenti: Ja, das macht mir in dem Bereich mit am meisten Spaß. Das Analytische macht, glaube ich, den Unterschied bei einem Google Ads Manager. Manche schauen nur ins Konto und prüfen, ob die Keywords passen. Aber nur weil jemand über ein gutes Keyword kommt, ist es nicht automatisch der richtige Nutzer, der dein Produkt kauft oder sich für deine Dienstleistung entscheidet. Deshalb ist die Analyse so wichtig.

Verweildauer, Conversions und Wirtschaftlichkeit

15:16 · Amina Sipcanin: Welche Zahl schaust du dir bei dieser Analyse als Erstes an?

15:24 · Gianluca Lenti: Im ersten Schritt die Verweildauer: Wie lange interagieren die Leute auf der Seite? Wenn der Google-Ads-Traffic nur acht bis neun Sekunden bleibt, ist das für mich ein Hinweis auf sehr schlechten Traffic. Das schauen wir uns zuerst an. Wir arbeiten auch gerne mit Clarity und Heatmaps: Erreichen die Leute einen bestimmten Punkt der Seite oder springen sie vorher ab? Das sind wichtige Faktoren.

15:51 · Amina Sipcanin: Acht bis neun Sekunden sind wenig. Was wäre eine gute Zahl?

15:57 · Gianluca Lenti: Das kommt darauf an. Im Schnitt hätte ich 30 bis 40 Sekunden gesagt. In dem Bereich performt eine Landingpage aus meiner Erfahrung häufig ganz gut.

16:06 · Amina Sipcanin: Acht bis neun Sekunden hören sich für mich nicht extrem wenig an. Es klingt nicht wie zwei Sekunden.

16:13 · Gianluca Lenti: Wenn man den Timer stoppt, sieht man: Es ist gar nicht so wenig. Aber scroll mal acht bis neun Sekunden über eine Website. Reicht das, um dich zu überzeugen und dafür oder dagegen zu entscheiden?

16:30 · Amina Sipcanin: So herum verstehe ich es. Wenn ich ein Produkt verkaufen würde, würde ein Kunde wahrscheinlich nicht in neun Sekunden kaufen. Kannst du direkt sehen, wenn jemand über die Anzeige kommt und kauft? Wird das im Google Ads Manager abgebildet?

16:48 · Gianluca Lenti: Ja, auch die Käufe werden getrackt, also die Conversions. Wenn jemand über Google Ads gekauft hat, wird der Conversion-Wert an Google übermittelt. Dann sehen wir, ob jemand gekauft hat oder nicht.

16:59 · Amina Sipcanin: Was wäre ein guter Richtwert, zum Beispiel für die Zahl der Käufe oder Conversions?

17:12 · Gianluca Lenti: Das ist unterschiedlich. Google nennt als Richtwert 30 Conversions im Monat, um aktiv etwas verändern zu können. Das entspricht aber oft nicht der Realität. Manchmal sind es viel weniger, manchmal deutlich mehr. Es kommt darauf an, was der Kunde verfolgt und welchen Return on Ad Spend er anstrebt. Es gibt Kunden mit einem Zehner-ROAS, die aber nur 20 Prozent Marge haben und für die es nicht rentabel ist. Andere haben nur einen Dreier-ROAS, produzieren die Produkte selbst und für sie ist es super. Das hängt von den Zielen des Kunden ab.

KI-Funktionen und neue Anzeigenflächen

17:56 · Amina Sipcanin: Wenn wir weiterdenken: Jetzt setzt Google KI ein, die Anzeigentexte schreibt und Anzeigen schaltet. Habe ich das richtig verstanden?

18:21 · Gianluca Lenti: Grob.

18:22 · Amina Sipcanin: Erzähl mir gerne mehr.

18:22 · Gianluca Lenti: Man erstellt eine Anzeige und kann eine Erweiterung aktivieren. Damit gibst du Google die Möglichkeit, KI einzuschalten. Google kann dann Texte verändern oder eine andere Zielseite auswählen. Du hinterlegst eine Landingpage und je nachdem, wonach der Nutzer sucht, kann die Anzeige auf etwas anderes verweisen.

18:45 · Amina Sipcanin: Okay.

18:46 · Gianluca Lenti: Das ist die KI, die sich da einschaltet. Du gibst auf jeden Fall etwas Kontrolle ab.

18:51 · Amina Sipcanin: Was hältst du davon, Kontrolle abzugeben und KI in diesem Bereich einzusetzen?

18:59 · Gianluca Lenti: Ich glaube, zukünftig kommen wir nicht darum herum.

19:01 · Amina Sipcanin: Mhm.

19:01 · Gianluca Lenti: Gerade ist es noch schwierig, weil die Ergebnisse nicht überzeugend sind. Wenn wir das bisher anwenden, merken wir, dass Geld verbrannt wird. Deshalb bin ich gespannt, wie es sich entwickelt. Bald sollen die AI Overview Ads kommen. Dann ist man aus meiner Sicht zwangsläufig gezwungen, das anzuschalten. Da muss aber noch viel Arbeit von Google folgen, damit es für den Kunden rentabel wird.

19:29 · Amina Sipcanin: Was bedeuten AI Overview Ads?

19:32 · Gianluca Lenti: Wenn du bei Google etwas eingibst, schaltet sich wie ein kleiner Chat ein, der dir Ergebnisse liefert. Das hast du bestimmt schon gesehen.

19:38 · Amina Sipcanin: Gemini meistens dann?

19:40 · Gianluca Lenti: Google nennt das AI Overview. Das trennen sie ganz strikt.

19:43 · Amina Sipcanin: Okay.

19:45 · Gianluca Lenti: Genau.

19:46 · Amina Sipcanin: Und darin werden auch Ads geschaltet? Ich suche zum Beispiel nach den Air Force und dann kommt die KI und sagt: Kauf hier?

19:56 · Gianluca Lenti: Zum Beispiel. Bei einer Suche nach Air Force eher weniger. Meistens schaltet sich ein AI Overview ein, wenn der Prompt als Frage formuliert ist. Dann gibt es seinen Senf dazu. Aber das funktioniert noch nicht, das kommt erst alles noch.

20:17 · Amina Sipcanin: Das erinnert mich an ChatGPT Ads. Ich habe zum Beispiel eine Wand fotografiert und gefragt: Wie würde eine Uhr in meinem Wohnzimmer aussehen? Ich hätte gerne eine große Uhr über dem Kamin. Dann kam: Diese Uhr würde passen, direkt mit einem Link zu Otto.

20:38 · Gianluca Lenti: Mhm.

20:38 · Amina Sipcanin: Kauf sie jetzt, gerade sogar reduziert.

20:40 · Gianluca Lenti: Ja.

20:41 · Amina Sipcanin: Und so etwas wird bei Google auch auftauchen?

20:43 · Gianluca Lenti: So wird es in Zukunft aussehen, ja.

20:45 · Amina Sipcanin: Siehst du darin mehr Chancen oder auch Probleme?

20:50 · Gianluca Lenti: Eigentlich mehr Chancen. Wir bekommen mehr Plattformen und Google muss gegenhalten, weil viele zu ChatGPT, Claude und anderen Angeboten wechseln. Das ist Googles Antwort, um Menschen bei Google zu halten. Als Ads Manager sehe ich es als Chance, weil es mir mehr Möglichkeiten gibt. Im Marketing müssen wir damit umgehen, dass wir weniger Daten bekommen. Wer Cookies ablehnt, darf nicht getrackt werden. Deshalb finde ich: Je mehr Plattformen wir bekommen, desto besser.

21:27 · Amina Sipcanin: Wie verwendest du KI aktuell? Du hast gesagt, dass eure bisherigen Tests nicht so gut laufen. Was hast du ausprobiert?

21:38 · Gianluca Lenti: Diese AI-Max-Kampagnen, die Google sehr pusht. Das wird auch das Format sein, über das später die AI Overview Ads laufen. Google kann dann selbst entscheiden, welche Keywords und welche Landingpage verwendet werden. Damit haben wir in der Vergangenheit viel Geld verbrannt. Ich habe allerdings seit ein paar Wochen nicht mehr getestet. Es kann sein, dass sich wieder etwas verändert hat. Das sind unsere bisherigen Erfahrungen. Das Feedback von Google war: Wenn ihr AI Overview Ads haben wollt, müsst ihr es aktiv schalten. Das ist schon ein bisschen: Ihr müsst das machen.

22:18 · Amina Sipcanin: Man wird etwas hineingedrängt. Wenn du es nicht machst, werden deine Ads wahrscheinlich weniger angezeigt, obwohl du den gleichen Input und Aufwand hineinsteckst.

22:31 · Gianluca Lenti: Wir wollen das langsam wieder etablieren. Wir hatten gestern ein Kundenmeeting und haben gesagt: Wir müssen uns herantasten. Auf Dauer haben wir keine andere Wahl. Wir duplizieren die bestehenden Kampagnen, fahren das Budget auf vielleicht zehn oder 15 Euro am Tag herunter und testen darüber. So halten wir einen möglichen Schaden in Grenzen.

22:55 · Amina Sipcanin: Wenn es Neuerungen wie diese KI-Funktion gibt, bist du dann Ansprechpartner für die Kunden? Briefst du sie vorher und sagst, dass ihr etwas verändert, oder passiert das im Hintergrund und sie sehen nur die Ergebnisse?

23:15 · Gianluca Lenti: Wir sprechen das aktiv an, weil wir grundsätzlich nichts ohne Kundenfreigabe machen. Es gibt Kunden, die sagen: Ihr habt die Handhabe, wir vertrauen euch. Aber grundsätzlich schlagen wir Änderungen vor und holen die Freigabe ein.

23:32 · Amina Sipcanin: Und bei Neuerungen gehst du aktiv auf die Kunden zu? Gibt es dafür Schulungen?

23:38 · Gianluca Lenti: Wir erfahren davon in der Regel durch Mitteilungen von Google. Wir haben dort Ansprechpartner, mit denen wir sprechen. Es gibt auch Schulungen von Google, an denen man regelmäßig teilnehmen kann. Die Informationen tragen wir dann an unsere Kunden weiter.

YouTube Shorts, Kundenabstimmung und nächste Schritte

23:53 · Amina Sipcanin: YouTube Shorts wird immer bekannter. Google schiebt es gefühlt überall hinein. Merkst du das in den Kampagnen?

24:03 · Gianluca Lenti: Ja, weil wir es für Kunden vermehrt machen. Wenn jemand bei uns Meta Ads schaltet, holen wir die Inhalte auch zu YouTube Shorts. Google möchte das Format pushen und mit Instagram und TikTok gleichziehen. Die Plattformen stehen in Konkurrenz zueinander.

24:26 · Amina Sipcanin: Es wird also ein größeres Thema. Google versucht, seine eigenen Plattformen möglichst präsent zu halten, etwa Google AI, Gemini und YouTube Shorts. Erstellst du die YouTube-Kampagnen auf derselben Plattform wie die Google-Kampagnen?

24:54 · Gianluca Lenti: Genau, das ist alles auf einer Plattform. Du wählst zum Beispiel eine YouTube Ad oder Demand Gen und hinterlegst den YouTube-Link des Videos. Dann entscheidest du über das Format: Shorts, In-Stream Ads oder Werbung zwischen den Videos. Das läuft alles über Google Ads.

25:19 · Amina Sipcanin: Ich habe mich schon oft gefragt, wie man selbst zum Werbenden wird, wenn ich ein Video auf YouTube anschaue. Wie geht das?

25:28 · Gianluca Lenti: Du schaltest eine Anzeige und legst fest, welchen Werbespot du verwenden möchtest. Du kannst eine Zielgruppe bestimmen, aber auch Placements auswählen. Dann sagst du aktiv, wo du ausgespielt werden möchtest, zum Beispiel bei einem bestimmten YouTuber. Mir fällt gerade keiner ein, ich schaue selbst seit Jahren kaum gezielt bestimmte YouTuber. [Lachen] Aber man kann solche Placements aktiv auswählen.

25:56 · Amina Sipcanin: Witzig, dass du sagst, du schaust seit Jahren kein YouTube, obwohl du dich täglich damit beschäftigst. Hältst du dich privat von Google, Google Ads und YouTube fern?

26:10 · Gianluca Lenti: Nein, YouTube läuft schon. Ich bin nur nicht gezielt Fan von einem bestimmten YouTuber. Ich schaue ein Video an, das passt, und dann läuft das.

26:21 · Amina Sipcanin: Wenn ihr für Kunden YouTube einplant, musst du dann direkt in Hochkant denken? Muss alles in diesen Formaten ausgespielt werden?

26:34 · Gianluca Lenti: Ja. Wir schalten hauptsächlich YouTube Shorts Ads, deshalb denken wir im Hochkantformat. Oft übernehmen wir die Videoinhalte von Meta und spiegeln sie eins zu eins.

26:47 · Amina Sipcanin: Das klingt sehr vielseitig. Google Ads ist erst einmal ein Thema, aber du hast viele Bereiche angesprochen: vom Kundenwunsch über KI bis hin zu YouTube. Was ist das Wichtigste, worauf wir und die Kunden achten sollten?

27:21 · Gianluca Lenti: Ich bin ein Fan davon, nicht direkt alle Eisen ins Feuer zu werfen. Erst einmal mit einem Bereich starten. Viele Kunden wollen direkt alles, manchmal wollen wir das intern auch. Aber wir hantieren mit großen Summen. Deshalb erst einen Bereich zum Laufen bringen und dann erweitern. Wenn du alles auf einmal startest und es läuft gut oder schlecht, weißt du sonst nicht, was dazu geführt hat.

27:53 · Amina Sipcanin: Was würdest du Kunden mitgeben? Dasselbe, also dass sie nicht erwarten sollen ...

27:57 · Gianluca Lenti: ... dass alles gleichzeitig passiert. Sie sollten nicht erwarten, dass sich in einem Monat alles sofort ins Positive entwickelt. Es ist ein Prozess, das muss man den Kunden klarmachen.

28:11 · Amina Sipcanin: Und wenn du den Zuhörerinnen und Zuhörern, Zuschauerinnen und Zuschauern noch einen Satz mitgeben könntest: Wenn ihr Google Ads schalten möchtet, dann ...?

28:25 · Gianluca Lenti: Dann kommt zu einer Agentur, die euch ehrlich betreut und berät. Das ist der wichtigste Faktor. Bei Google Ads geht es um Vertrauen, das man erst aufbauen muss. Ich weiß, dass viele Unternehmen schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dafür sind wir da und das wollen wir verändern.

28:45 · Amina Sipcanin: Vielen Dank für diese Zusammenfassung. Es hat mir Spaß gemacht, mit dir in Google Ads einzusteigen. Ich freue mich auf alles, was wir und ihr im Google-Ads-Team bewirken.

28:55 · Gianluca Lenti: Danke schön. Danke, dass ich da sein durfte.

28:56 · Amina Sipcanin: Danke, Gianni.

28:56 · Gianluca Lenti: Danke, danke.

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